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IAAF
Coe ist der neue Leichtathletik-Chef

Porträt: Sebastian Coe: Mittelstrecken-Rekordler, Olympia-Macher, IAAF-Präsident
Porträt: Sebastian Coe: Mittelstrecken-Rekordler, Olympia-Macher, IAAF-Präsident FOTO: dpa
Peking. Der Engländer setzt sich gegen Bubka durch. DLV verliert Sitz im Council.

Das Ergebnis war deutlich. Stabhochsprungidol Sergej Bubka (Ukraine) erhielt 92 Stimmen. Für Sebastian Coe, 1500-m-Olympiasieger von 1980 und 1984, als Chef des Leichtathletik-Weltverband (IAAF) votierten 115 Mitglieder in Peking. Der Lord aus England soll die Sportart aus ihrer größten Krise führen. Er löst Lamine Diack (82/Senegal) ab, dessen 16-jährige Ära durch Stagnation, Reformstau und zahlreiche Dopingskandale geprägt war. Coe rückt ins Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, Bubka bleibt IAAF-Vizepräsident.

Eine Niederlage erlitt Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Er erhielt nicht die Stimmenzahl, um ins 27-köpfige Council aufzurücken. Erstmals seit 20 Jahren gehört kein Deutscher der Weltregierung der Leichtathletik an. Sein Vorgänger Helmut Digel (Aalen) war empört. Gerüchte über Goldene Uhren als Wahlgeschenke eines Konkurrenten machten die Runde. "Ob es wahr ist, kann ich nicht sagen. Aber es steht der Verdacht im Raum - das ist schlimm genug", sagte Digel.

"In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Taschen und Tüten verteilt. Es gibt viele sehr reiche Leute, denen ein hoher Posten im internationalen Sport sehr wichtig ist", sagte Prokop. Auch die Doping-Vorwürfe gegen die IAAF in einer ARD-Dokumentation dürften nicht gut angekommen sein. "Die Deutschen werden als Oberlehrer empfunden, die den Maßstab in Ethik setzen wollen", meinte Prokop.

"Ich habe die Verantwortung, die Leichtathletik stärker zu machen", sagte Coe. Der Engländer hatte allen Mitgliedsverbänden alle vier Jahre eine "olympische Dividende" von 100 000 Dollar geboten. Bubka hatte in der Nacht vor der Wahl per E-Mail auf 120 000 Euro erhöht, Coe in seiner finalen Wahlrede 200 000 Dollar genannt. Nun muss er 42,8 Millionen Dollar überweisen.

(sid/dpa)
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