Australian Open in Melbourne: Seles bezwingt Williams im Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 22.01.2002 - 13:33Melbourne (rpo). Bei den Australian Open haben sich Martina Hingis und Monica Seles ins Halbfinale gespielt. Bei der Herren-Konkurrenz stehen Thomas Johansson und Jiri Novak in der Vorschlussrunde.
Die Amerikanerin Seles setzte sich im Viertelfinale gegen ihre Landsfrau Venus Williams durch. Mit 6:7 (4: 7), 6:2, 6:3 rang die ehemalige Weltranglisten-Erste Williams in einem Match nieder, das eine Werbung für das Damentennis war. Im Halbfinale wartet auf die 28-Jährige nun Martina Hingis in einem "vorgezogenen Endspiel." Die Schweizerin hatte es erheblich einfacher, um mit dem 6:2, 6:3 gegen die Italienerin Adriana Serra Zanetti zum 20. Mal die Vorschlussrunde eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen.
Der Schwede Thomas Johansson feiert in der Runde der letzten Vier dagegen eine Premiere. Der 26-Jährige machte den größten Erfolg seiner Laufbahn durch ein 6:0, 2:6, 6:3, 6:4 über seinen Landsmann und Freund Jonas Björkman perfekt. Johanssons Gegner wurde zwischen dem Österreicher Stefan Koubek und Jiri Novak (Tschechien) ermittelt.
Der Tscheche Novak, in der ersten Runde Bezwinger von Nicolas Kiefer, gewann ganz glatt mit 6:2, 6:3, 6:2 gegen den Österreicher Stefan Koubek. Als einziger Deutscher ist noch Thomas Haas im Wettbewerb. Der Hamburger trifft am Mittwoch (9.30 Uhr MEZ) im Viertelfinale auf den früheren Weltranglisten-Ersten Marcelo Rios aus Chile.
Der Amberger David Prinosil ist an der Seites seines tschechischen Partners Martin Damm im Doppelwettbewerb ins Viertelfinale vorgestoßen. Die beiden gewannen in der Fortsetzung das am Vortag wegen Regens unterbrochene Matches gegen Devin Bowen/Ashley Fisher (USA/Australien) mit 4:6, 6:2, 6:3. Nächster Gegner ist das eingespielte Spitzendoppel Mark Knowles/Daniel Nestor (Kanada/Bahamas).
Williams und Seles lieferten sich vor 14.414 Zuschauern in der erneut wegen Regens geschlossenen Rod-Laver-Arena ein hochklassiges und spannendes Match. "Es hätte auch anders ausgehen können, ich bin superglücklich, dass ich es gewonnen habe", sagte Seles, die den ersten ihrer vier Australian-Open-Titel vor elf Jahren gewann: "Man kann die Zeit heute nicht mit damals vergleichen, die Bälle kommen mittlerweile viel härter zurück, aber ich versuche mich immer noch zu verbessern. Ich liebe Tennis und bin glücklich, dass ich immer noch spielen kann."
Bei 4:4 im ersten Satz musste sich Venus Williams acht Minuten lang am rechten Oberschenkel behandeln lassen, den sie sich bei einem Aufschlag gezerrt hatte. Seles litt an einer fiebrigen Erkältung. "Venus ist ein großer Champion, mir war klar, dass sie nicht aufgeben würde", sagte Seles. Die Verliererin erwies sich als sportlich fair. "Die Zerrung ist keine Entschuldigung für meine Niederlage", versicherte Venus Williams: "Monica hat toll gespielt. " Allerdings hat Seles auch gegen Hingis eine deutlich negative Bilanz (4:12), gewann aber die letzten beiden Matches.
Thomas Johansson hatte im letzten Sommer die Rasenturniere in Halle/Westfalen und Nottingham gewonnen und war deshalb eigentlich als Mitfavorit in Wimbledon an den Start gegangen. Seinen größten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier feierte er aber erst jetzt am anderen Ende der Welt. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Das hätte ich nie erwartet, als ich hergekommen bin", sagte er: "Ich habe im ersten Satz das beste Tennis meiner Karriere gespielt."
Als Nummer 18 der Entry List hatte der Blondschopf die erste Runde in Melbourne begonnen. Nach dem Match gegen seinen Freund Jonas Björkman strotzt er nun geradezu vor Selbstvertrauen: "Wenn ich so spiele wie in den letzten beiden Matches, habe ich die Chance, das Turnier zu gewinnen." Und für diesen Fall hat er in Erinnerung an den "Striptease" des letztjährigen Finalisten Arnaud Clement schon eine besondere Attraktion angekündigt: "Ich trage einen G-String."
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