Wimbledon: Venus ohne Chance: Serena Williams gewinnt "Sister-Act"
zuletzt aktualisiert: 06.07.2002 - 18:14London (rpo). Serena Williams hat am Samstag das Schwestern-Duell im Finale von Wimbledon für sich entschieden. Die Amerikanerin schlug ihre Schwester Venus mit 7:6 (7:4), 6:3. Bereits vor vier Wochen hatte Serena das Finale der French-Open gegen Venus für sich entschieden.
"Es ist verdammt schwer, Venus hier zu schlagen", sagte die strahlende Siegerin, die sich nach den US Open 1999 und Paris vor einem Monat den dritten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere holte, der mit 729.000 Dollar honoriert wurde. "Serena hatte immer die bessere Antwort parat. Das muss man akzeptieren", meinte Venus Williams als gute Verliererin. Im neunten Vergleich kassierte sie die vierte Niederlage und konnte sich mit 364 500 Dollar trösten.
"Ich tippe auf Serena", hatte Oracene Williams vor dem dritten Grand-Slam-Finale ihrer Töchter gemeint, von denen Venus nur das erste in Flushing Meadows 2001 gewonnen hat. "Sie schlägt härter und hat mehr power", meinte die Mutter. Die 22-Jährige Venus sei dagegen "intelligenter und feinsinniger". Doch diese beiden Eigenschaften zählten auf dem "Heiligen Rasen" an der Church Road diesmal nicht.
Keine geheimen Absprachen
Der finale Auftritt war so spannend, wie es Geschwister-Spiele eben sein können. "Ich kann beim besten Willen meine Schwester nicht hassen", sagte BBC-Kommentator Boris Becker und meinte damit, dass die für ihn grundlegende Voraussetzung für ein gutes Match in einem "Sister-Act" zwangsläufig nicht gegeben sein kann. Dass der Ausgang der Partie womöglich vorher am heimischen Herd diskutiert werde, verwies Oracene Williams aber ins Reich der Fantasie.
Doch tatsächlich gab es wieder eine Situation, in der sich der Eindruck manifestierte, Serena und Venus Williams machten auf dem Center Court, was sie wollten. Als Schiedsrichterin Jane Harvey im Tiebreak Serenas Satzball laut hörbar mit dem Kommando "Netz" zurückpfiff, ignorierten die beiden Spielerinnen dies, gingen zum Seitenwechsel über - und die Sache war erledigt.
Im zweiten Durchgang hatte Serena abermals das bessere Ende für sich. Nach einem Break-Festival durchbrach sie zum 5:3 entscheidend den Aufschlag ihrer Schwester und durfte wenig später nach dem ersten Matchball strahlend die Arme in den Londoner Himmel recken, an dem erstmals seit Tagen die Sonne zu sehen war.
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