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Düsseldorf
Serienholde gewinnt Preis der Diana

Düsseldorf. Jockey Eduardo Pedroza setzt sich auf der Dreijährigen beim mit 500.000 Euro dotierten Stutenderby durch. Von Daniel Delius

Es gibt ganz sicher angenehmere Orte im Sommer als eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne. Eduardo Pedroza, 45, hat sich am Freitagabend trotzdem in eine solche begeben. Der schon seit zwanzig Jahren in Deutschland tätige Mann aus Panama ist von Beruf Jockey. Das bedeutet, ein gewisses Gewicht in den Sattel zu bringen. In einer Badewanne nimmt man ab. Und hat gute Ideen.

Pedroza hat gestern vor 20.000 Zuschauern auf der Düsseldorfer Galopprennbahn den Henkel-Preis der Diana gewonnen, das mit 500.000 Euro dotierte Highlight der Saison. Im Sattel von Serienholde, der zweiten Favoritin im 16-köpfigen Feld, setzte er sich nach cleverem Ritt gegen Sarandia unter Andrasch Starke und die von Frankie Dettori gerittene, hochgewettete Architecture aus England durch und sicherte seinem Arbeitgeber die Siegprämie von 300.000 Euro. "In der Badewanne habe ich auf dem I-Pad die letzten Rennen der anderen Pferde gesehen", erzählt er, "es war schnell klar, wer die Gegner sind und wie sie das Rennen angehen würden." Immer mal musste Pedroza heißes Wasser nachlassen und aufpassen, dass das I-Pad nicht nass wurde, dann hatte er die zündende Idee: "Im Mitteltreffen warten, Andrasch und Frankie im Auge behalten und die dann am Schluss etwas ärgern." So kam es. An der Spitze tobte sich die Konkurrenz aus, Pedroza hatte die Ruhe weg, ging Mitte der Zielgeraden an den beiden vorbei und gewann zum dritten Mal innerhalb der vergangenen vier Jahre den Henkel-Preis der Diana.

Andreas Wöhler trainiert Serienholde für das Gestüt Wittekindshof des Dortmunder Unternehmers Hans-Hugo Miebach (82). Fünfmal hat dieser das Rennen jetzt gewinnen können. Sein Gestüt liegt in Rüthen-Kneblinghausen in den Hochlagen des Sauerlandes. "Wie machen Sie das eigentlich immer", fragte er seinen Trainer nach dessen Erfolgsgeheimnis. "Man muss halt ein gutes Pferd haben", lautete die Antwort. Serienholde hatte schon zweijährig Talent gezeigt, war dann über Winter noch einmal ins Gestüt gegangen. "Das hat ihr gut getan", sagte Wöhler, "dadurch ist sie innerlich gefestigter geworden." Und sein Plan ist aufgegangen. "Zweimal sollte sie vor der Diana dieses Jahr laufen, das hat alles geklappt", sagte er, "ein richtig gutes Pferd, das sicher noch nicht alles gezeigt hat. Mal sehen, wo es jetzt mit ihr weitergeht."

Längere Gesichter waren im Team der Drittplatzierten Architecture zu sehen. Trainer Hugo Palmer hatte die Engländerin für 50.000 Euro Gebühr nachgemeldet, exakt diese 50.000 Euro gab es jetzt als Preisgeld, doch hatte man sich mehr ausgerechnet. "Es gibt keine Entschuldigung", sagte er, "das Rennen war okay. Es waren halt zwei schneller."

Quelle: RP
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