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Skispringen
Severin Freund nun der Gejagte

Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister
Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister FOTO: dapd, dapd
Klingenthal. Der 27-Jährige startet als Vorjahressieger beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal.

Am 22. Oktober begann in Klingenthal die Eiszeit. Jeden Tag wurden 50 Tonnen Wasser zu Kunstschnee verarbeitet. Ungeachtet der milden Temperaturen können die Skispringer heute ihr Weltcup-Programm starten. Zum dritten Mal hintereinander (und zugleich letzten Mal) findet der Auftakt auf der Schanze des 10.000-Einwohner-Ortes statt. Im kommenden Jahr wird das erste Springen zwar auch in Deutschland ausgetragen, dann aber im Schwarzwald in Titisee-Neustadt. Ins Vogtland kehren die Weitenjäger dann im Februar 2017 zurück.

Die 23. und letzte Station ist das slowenische Planica. Spätestens am 20. März 2016 und dann 37 Wettkämpfen steht fest, wer der neue Gesamtsieger ist. Geht es nach Severin Freund, kann dies durchaus der alte sein. Der 27-Jährige aus Niederbayern blickt auf eine nahezu perfekte Saison zurück. Weltmeister im Springen und Fliegen, Olympiasieger mit der Mannschaft und - als Zeichen von Beständigkeit - Gewinner des Gesamtweltcups stehen in Freunds Superbilanz.

Der Österreicher Hubert Neuper gewann 1980 die Premiere des Skisprung-Weltcups. In 36 Jahren gab es nur drei deutsche Sieger. Jens Weißflog (Oberwiesenthal) gewann 1984 noch für die DDR, Martin Schmitt (Furtwangen) setzte sich 1999 und 2000 durch - und zuletzt Severin Freund. Dem Niederbayern fehlte im zurückliegenden Winter nur ein Erfolg zum ganz großen Glück: der Triumph bei der Vierschanzen-Tournee.

Heute steht in Klingenthal die Qualifikation (18 Uhr), morgen der Teamwettbewerb (16.15) und am Sonntag das Einzelspringen (14) auf dem Programm. Die Hoffnungen der Gastgeber ruhen auch auf Richard Freitag (24), der seine Knieprobleme offenbar überwunden hat, und Andreas Wellinger. Der 20-Jährige hatte nach einem Horrorsturz den größten Teil der vergangenen Saison verpasst und hofft nun, zeigen zu können, warum er als eines der größten Talente gilt.

Als Wellinger geboren wurde, hatte Noriaki Kasai (43) seine siebte Weltcupsaison hinter sich. Der Japaner ist immer noch dabei - und stets für einen Spitzenplatz gut.

(cze)
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