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Köln/Kuusamo
Severin Freund startet kalt in den Skisprung-Winter

Köln/Kuusamo. Die Krücke ist weg, doch die Form noch nicht zurück: Wenn Skisprung-Weltmeister Severin Freund am Freitag nach fünfmonatigem Flugverbot in den WM-Winter startet, beginnt eine Reise ins Ungewisse. "Es ergibt sich von selbst, dass ich nicht das Ziel habe, sofort ganz oben zu stehen", sagt der 28-Jährige vor dem Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo (17 Uhr/Eurosport).

Von April bis Ende September musste Freund nach einer Hüft-Operation auf Sprünge verzichten, am Polarkreis wartet somit ein echter Kaltstart auf den Niederbayern. "Wenn die ersten Wettkämpfe nicht so grandios laufen, dann muss ich mir einfach die Zeit nehmen und nicht gleich nervös werden", sagt der Gesamt-Zweite der vergangenen Saison. Für ein Duell auf Augenhöhe mit Dominator Peter Prevc (Slowenien) dürfte es zunächst kaum reichen. Der Gewinner von 21 Weltcup-Springen sei "noch nicht der Alte", habe aber "nichts von seinem Ehrgeiz eingebüßt", sagt Bundestrainer Werner Schuster.

Und doch wird Finnland schon ein Fingerzeig in Richtung Vierschanzentournee. Einen guten Monat hat Freund Zeit, um für seinen Traum vom ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald 2001/2002 in Form zu kommen. Zu wenig? "Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen, aber sollte es bei der Tournee nicht klappen, ist immer noch genug Zeit für die WM", sagt Schuster. Die Goldjagd in Lahti beginnt am 22. Februar, Freund geht dort als Titelverteidiger an den Start.

Zwei solide Wettkämpfe in Kuusamo, das würde Freund für den Beginn schon reichen. Und vielleicht reicht es ja doch für eine Überraschung. Schmerzen habe er keine. "Aber die Monate, die mir fehlen, die fehlen einfach", sagt der deutsche Vorflieger und mahnt zur Ruhe. Immerhin sei der Druck nicht so hoch wie üblich. Ein Wörtchen mitreden will Freund trotz des nicht ganz einfachen Starts auch im Gesamtweltcup. In den vergangenen Wintern gelang ihm im Kampf um die große Kristallkugel mit den Rängen vier, drei, eins und zwei eine beeindruckende Konstanz. "So eine Serie legen nur ganz wenige Sportler hin", sagt Schuster. Doch noch brennt das Feuer in Severin Freund, allen Rückenproblemen zum Trotz. "Spätestens zur WM will ich in einer guten Form sein, die Schanze dort liegt mir sehr", sagt er: "Und dann wird man sehen, was passiert."

(sid)
 
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