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Wellington
Sex-Skandal erschüttert Neuseelands Rugby

Wellington. Ein Nationalspieler und sein öffentliches Schäferstündchen sorgen für landesweiten Unmut.

Ein Sex-Skandal hat im Land des Rugby-Weltmeisters Neuseeland große Empörung ausgelöst. Nationalspieler Aaron Smith hatte sich mit einer Frau am Flughafen von Christchurch lautstark und wenig diskret auf einer Behindertentoilette vergnügt, also an einem stillen Örtchen, wo der fitte Hüne ganz offensichtlich nicht hingehört. Smith, der sich mit den "All Blacks" auf dem Weg zu einem Länderspiel in Südafrika befand, wurde daraufhin suspendiert und zu einer Anhörung beim neuseeländischen Rugby-Verband vorgeladen.

Neuseelands Nationaltrainer Steve Hansen bestätigte gestern den Vorfall, der sich bereits am 17. September ereignet hatte. Die Entschuldigung vonseiten Smith' kam allerdings zu spät, um die Wogen noch glätten zu können. Pikanterweise ist der Gedrängehalbspieler mit einer anderen Frau liiert. "Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich möchte mich bei meiner Partnerin und meiner Familie entschuldigen, sagte der 27-Jährige zu seinem Verhalten.

Womöglich wäre das Schäferstündchen für Smith sogar folgenlos geblieben, hätte nicht ein Familienvater die pikante Szene beobachtet. Der Mann, der mit seinen kleinen Kindern am Flughafen war, empörte sich in einem Protestbrief an den "New Zealand Herald" über das Treiben der beiden: "Das Paar war fünf bis zehn Minuten in der Toilette, und der nach außen dringende Lärm ließ absolut keinen Zweifel daran, was sie da drin tun", schilderte er der Zeitung.

Das Ganze hatte sich an einem Sonntagnachmittag ereignet, "mit vielen Kindern und Fans drumherum", bemerkte der Augen- und Ohrenzeuge weiter. Smith habe zu allem Überfluss auch noch offizielle Mannschaftskleidung der "All Blacks" getragen, die von ihren Anhängern in Neuseeland sehr verehrt werden.

Sponsoren reagierten enttäuscht, und sogar Ministerpräsident John Key kritisierte das Verhalten des Sportlers. "Ich glaube, das ist klar. Er hat sich und alle, die ihm nahestehen, enttäuscht", sagte der Politiker.

Smith hatte zuvor schon einmal negative Schlagzeilen geliefert - mit einem Nackt-Selfie. 2012 hatte er kurz nach seinem Länderspiel-Debüt ein Ausgehverbot missachtet. Kein Wunder, dass der neuseeländische Rugby-Verband über die neuen Eskapaden nicht amüsiert ist. "Das wirft ein schlechtes Licht auf ihn und das gesamte Team", sagte Geschäftsführer Steve Tew.

(dpa)
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