Motorsport: Rennen in Portland: Siegesserie von Audi gerissen
zuletzt aktualisiert: 06.08.2001 - 16:11Portland (rpo). In der American Le Mans Series (ALMS) machte das Audi-Team am Sonntag eine ungewohnte Erfahrung. Die Siegesserie riss nach 14 Rennen und man musste sich mit der unbeliebten Verfolgerrolle zufrieden geben.
Emanuele Pirro (Italien) und Frank Biela (Neuss) belegten in ihrem Infineon Audi R8 nach insgesamt 131 Runden im spannendsten Rennen des Jahres mit nur 0,374 Sekunden Rückstand den zweiten Rang hinter Jan Magnussen (Dänemark) und David Brabham (Australien) im Panoz. Den dritten Platz belegten der ehemalige Formel-1-Pilot Johnny Herbert und Andy Wallace (beide England) im Vorjahres-Audi des Champion-Teams. Rinaldo Capello (Italien) und Tom Kristensen (Dänemark) kamen im zweiten Infineon Audi R8 nach technischen Problemen nicht über Position fünf (vier Runden zurück) hinaus.
"Bis zur letzten Runde war alles offen, aber Panoz war heute einen Tick besser", sagte Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich und zeigte sich als fairer Verlierer: "Die Truppe hat den Sieg nach so einer langen Durststrecke verdient. Wir wissen nun, wie schwer die restlichen Rennen werden, aber die Niederlage motiviert uns noch zusätzlich." Reinhold Joest, der Teamdirektor von Audi Sport North America, stellte fest: "Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass Portland seine eigenen Gesetze hat: Noch nie hat der Tabellenführer hier gewonnen. Jetzt sind auch wir Opfer dieses Gesetzes geworden."
Schon der Start auf dem 3,128 km langen Kurs hatte es in sich: Die Zuschauer entlang der Strecke hielten den Atem an, als sich Tom Kristensen im Infineon Audi R8 an David Brabham vorbeischob und so in der ersten Kurve die Führung übernahm. Wenig später eroberte Panoz die Spitze zurück, und noch nach eineinhalb Stunden lagen zwischen den beiden Piloten weniger als zwei Sekunden.
Die Vorentscheidung fiel, als Kristensens Partner Capello 45 Minuten vor dem Ziel über Schaltprobleme an seinem Fahrzeug klagte und einen außerplanmäßigen Boxenstopp einlegte. Die Mannschaft von Audi Sport North America wechselte in Rekordzeit ein Schaltteil, doch die verlorenen Runden waren nicht mehr aufzuholen.
Gleichzeitig feierten Biela und Pirro ein fulminantes Comeback. Der Infineon Audi R8 des Duos übersteuerte stark und war bereits auf den fünften Platz zurückgefallen. Doch eine tolle Aufholjagd sowie eine Safety-Car-Phase führten die beiden Audi-Piloten wieder an die Spitze heran. Am Ende war sogar noch ein überraschender Sieg in Reichweite, der dann aber um 0,3 Sekunden an Panoz ging.
In der GT-Klasse hat BMW nach Siegen mit Porsche gleichgezogen (3:3). Für den dritten Erfolg der Münchner in Serie sorgten diesmal Hans-Joachim Stuck/Boris Said (Ellmau/USA), die mit dem PTG-M3 GTR den ersten Saisonsieg feierten und Achte in der Gesamtwertung wurden. Mit Rundenrückstand belegten die Porsche-Werksfahrer und Tabellenführer Lucas Luhr/Sascha Maassen (Köln/Koblenz) im 911 GTR-RS den zweiten Klassenrang, setzten sich dabei aber immerhin gegen die beiden werksunterstützten Schnitzer-BMW M3 GTR von Jörg Müller/JJ Lehto (Hückelhoven/Finnland) und Dirk Müller/Fredrik Ekblom (Köln/Schweden) durch.
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