Giro d´Italia: Simoni gewinnt den Giro
zuletzt aktualisiert: 10.06.2001 - 18:56Mailand (rpo). Zwei Italiener gehörten heute beim 84. GirodÍtalia zu den großen Gewinnern. Gilberto Simoni (Foto) heißt der Gewinner des diesjährigen Giro, die letzte Etappe gewann sein Landsmann Mario Cipollini. Doch die Erfolge der beiden Italiener stehen im Schatten eines sich abzeichnenden, riesigen Dopingskandals.
Während Simoni beim Schau-Fahren des "Maglia Rosa" auf der 121 km langen Schlussetappe von Arona nach Mailand seinen Vorsprung von 7:31 Minuten im Gesamtklassement erfolgreich verteidigte und Cipollini im Massenspurt vor Telekom-Sprinter Danilo Hondo (Cottbus) triumphierte, geriet die Italien-Rundfahrt noch tiefer in den Doping-Strudel.
So sollen nach Informationen verschiedener italienischer Zeitungen im Rahmen der Drogen-Razzia vom vergangenen Mittwoch bei bis zu 70 Fahrern unerlaubte Mittel gefunden worden sein. Erste Namen will die ermittelnde Staatsanwaltschaft Florenz am Montag bekannt geben. Am Freitag war bereits Simonis bis dahin schärfster Kontrahent, sein Landsmann Dario Frigo, wegen Doping-Verdachts vom Giro ausgeschlossen worden. Bei ihm waren zwei Ampullen Emassit (künstliches Hämaglobin) sowie einige Packungen Altostestosteron gefunden worden.
Dem Triumphator vom Lampre-Rennstall blieb der Jubel über den größten Erfolg seiner Karriere indes buchstäblich im Hals stecken. "Dieser Giro ist ruiniert, die Ereignisse der letzten Tage haben einen Schatten auf meinen Sieg gelegt", sagte der 29-Jährige, der sich vor den Spaniern Abraham Olano und Unai Osa durchsetzte.
Derweil bezog Telekom-Kapitän Jan Ullrich klar Stellung und sprach sich für eine totale Ächtung überführter Doping-Sünder aus: "Für mich ist eigentlich klar, dass ein Fahrer nach einem solchen Vergehen nicht wieder zurückkommen dürfte", sagte der Merdinger: "Es gibt schwarze Schafe, die mit unerlaubten Mitteln Rennen gewinnen. Das dürfen wir nicht durchgehen lassen."
Auf der letzten Etappe hatten es die Fahrer ruhig angehen lassen und das Tempo erst zu Beginn der elf Stadtrunden in Mailand verschärft. Dann allerdings war die Geschwindigkeit so hoch, dass an einen Ausreißversuch nicht mehr zu denken war. Im Massenspurt setzte sich Cipollini vor Hondo und seinem Landsmann Marco Zanotti durch und feierte damit seinen insgesamt vierten Etappensieg beim diesjährigen Giro, seinen 34. insgesamt.
21. Etappe über 121 km von Arona nach Mailand:
1. Mario Cipollini (Italien) 3:05:01 Stunden 2. Danilo Hondo (Cottbus) 3. Marco Zanotti 4. Mauro Gerosa 5. Ivan Quaranta 6. Stefano Casagranda (alle Italien) 7. Andrej Hauptman (Slowenien) 8. Stefano Zanini (Italien) 9. Guido Trenti (USA) 10. Paolo Bossoni (Italien) . . 21. Matthias Kessler (Nürnberg) . 39. Roberto Sgambelluri (Italien/beide Telekom) . 64. Jan Ullrich (Merdingen) 0:09 Minuten zurück
Endklassement:
1. Simoni 89:02:58 Stunden 2. Olano 7:31 3. Osa 8:37 4. Gontschar 9:25 5. Azevedo 9:44 6. Noe 10:50 7. Gotti 10:54 8. Contreras 11:44 9. Caucchioli 13:34 10. Figueras 14:08
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