Weltcup-Rennen in Santa Caterina und Chamonix: Ski Alpin: Deutsche Damen im Soll, Herren mäßig
zuletzt aktualisiert: 09.01.2005 - 15:00Santa Caterina/Chamonix (rpo). Die deutschen Ski-Damen haben mal wieder für ein klasse Ergebnis gesorgt. Monika Bergmann-Schmuderer wurde beim Slalom in Santa Caterina Dritte, Annemarie Gerg Dritte. Bei den Männern in Chamonix lief es nicht ganz so gut. Alois Vogl wurde als bester Deutscher Zwölfter.
Monika Bergmann-Schmuderer strahlte nach Rang drei übers ganze Gesicht, Maria Riesch kämpfte nach einem doppelten Blackout mit den Tränen. Drei Wochen vor Beginn der alpinen Ski-Weltmeisterschaften im italienischen Santa Caterina erlebten die deutschen Ski-Damen eine Generalprobe der gemischten Gefühle.
Während Bergmann-Schmuderer am Sonntag beim Slalom zum ersten Mal in diesem Winter aufs Podest fuhr und Annemarie Gerg mit Rang fünf das beste deutsche Slalom-Ergebnis der Saison abrundete, verlor Riesch nach Rang vier im Zwischenklassement im zweiten Lauf die Orientierung, fuhr eine Zweier-Vertikale von der falschen Seite an und schied aus.
"Das war ein Blackout, das ist richtig bitter für sie", stellte Cheftrainer Wolfgang Maier bedauernd fest: "Die Maria hat hier richtig Lehrgeld bezahlt. Sie hat klar ansteigende Form, aber hat sich zweimal ein wirklich gutes Ergebnis versaut."
Dennoch blickt der Coach der WM im Veltlin (29. Januar bis 13. Februar) zuversichtlich entgegen: "Die Vorstellung von Annemarie war richtig Klasse, Monika war oben nur nicht cool genug, um vielleicht ganz nach vorne zu fahren. In den Speed-Disziplinen haben wir mit Hilde Gerg, Petra Haltmayr und Riesch aber gleich drei, die um die Medaillen mitfahren."
Vogl bestätigt seinen Status
Derweil landeten die deutschen Männer nach dem Höhenflug vor dem Jahreswechsel beim Weltcup in Chamonix wieder auf dem Boden. Immerhin bestätigte Alois Vogl, der vor Weihnachten in Flachau mit Rang drei und seinem besten Karriere-Resultat überrascht hatte, mit einem zwölften Platz im Slalom am Sonntag seine gute Form.
Zwar fiel der 32-Jährige aus dem Bayerwald im zweiten Lauf um vier Ränge zurück, dennoch war er nach seinem zweitbesten Saisonresultat zufrieden. "Ich bin zu aggressiv gefahren, das war für den zweiten Lauf die falsche Einstellung", sagte Vogl: "Aber egal. Die Punkte sind sehr wichtig für mich, damit habe ich meinen Status als Gruppe 1-Fahrer bestätigt."
In 1:30,22 Minuten lag Vogl am Ende nur 0,69 Sekunden hinter einem Podestplatz, Felix Neureuther landete in 1:30,63 auf dem 20. Rang. "Ich bin enttäuscht, aber die Verhältnisse waren wirklich schwer", sagte der 20-jährige Partenkirchner. "Da war mehr drin, aber leider bin ich zu verkrampft gefahren."
Eine Klasse für sich war der italienische Sieger Giorgio Rocca. Der 29-jährige fuhr in 1:28,15 Minuten zum fünften Weltcupsieg seiner Karriere und verwies den Österreicher Benjamin Raich und den Schweden Magnus Larsson mit 1,33 Sekunden Vorsprung auf die Plätze.
Auch Max Rauffer kam drei Wochen nach seinem Sensationssieg von Gröden wieder in der Realität an. Der 32-jährige Leitzachtaler kam bei der Abfahrt 2,22 Sekunden Rückstand nur auf Rang 29. Noch schlechter erging es Florian Eckert, der mit 2,59 Sekunden Rückstand als 31. ins Ziel kam. "Ich bin sehr enttäuscht. Ich verstehe nicht, wo ich die ganze Zeit verloren habe", rätselte der 25-jährige Bad Tölzer.
Grugger Gold-Favorit für die WM-Abfahrt
Derweil schwang sich der junge Österreicher Johann Grugger zum Gold-Favoriten für die WM-Abfahrt auf. Unbeeindruckt von zwei langen Unterbrechungen wegen Stürzen fuhr der 23-Jährige nur zehn Tage nach seinem Premieren-Sieg in Bormio zu seinem zweiten Weltcup-Triumph. In 1:56,93 Minuten siegte Grugger überaschend vor dem 35-jährigen Italiener Kristian Ghedina (1:57,04) und Österreichs Weltmeister Michael Walchhofer (1:57,07).
In Santa Caterina lag Monika Bergmann nur zwei Zehntelsekunden hinter der Österreicherin Marlies Schild, die in 1:29,96 Minuten ihren dritten Saisonsieg feierte und nun als eine der großen Favoritinnen auf WM-Gold gilt. Rang zwei belegte die nach dem ersten Lauf führende Amerikanerin Kristina Koznick (1:30,11). Annemarie Gerg verbesserte sich mit einem sehr guten zweiten Lauf in 1:30,15 Minuten noch um fünf Plätze.
Deutsche Damen wollen Edelmetall
Trotz ihres Top-Resultats war Bergmann-Schmuderer nicht ganz zufrieden, nachdem sie Zweite im Zwischenklassement war. "Ich bin glücklich, dass ich endlich auf dem Podest stehe", sagte die 24-Jährige aus Zwiesel: "Aber zunächst habe ich schon gedacht, um Gottes willen, was war das denn im zweiten Lauf. Jetzt müssen wir uns im Training richtig fit machen, um bei der WM um die Medaillen zu kämpfen."
Im Riesenslalom war Maria Riesch trotz des Rückfalls auf den 14. Platz der einzige Lichtblick für den DSV. Die 21-jährige Slowenin Tina Maze feierte in 2:36,78 ihren zweiten Saisonsieg. Die Plätze zwei und drei gingen überraschend an die Kanadierinnen Genevieve Simard (2:37,94) und Allison Forsyth (2:38,00).
Martina Ertl, die im Slalom auf Rang 21 landete, erwischte hingegen einen rabenschwarzen Tag. Die 31-jährige Lenggrieserin kam nach einem völlig verkorksten ersten Durchgang mit 3,11 Sekunden Rückstand nur auf Rang 42 und verpasste zum ersten Mal in diesem Winter das Finale. "Ich kann mir auch nicht erklären, was los war", rätselte Ertl im Zielraum: "Im Training läuft es perfekt, aber im Rennen funktioniert es einfach nicht."
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