Schmitt testet Ski für den Olympia-Winter: Skispringen: Martin Schmitt hat sein Lächeln nicht verloren
zuletzt aktualisiert: 08.03.2001 - 11:48Falun (rpo). Martin Schmitt hat sein Lächeln nicht verloren und schmiedet auch ohne Erfolg im Gesamt-Weltcup munter Zukunftspläne. Bei den drei noch ausstehenden Springen will der Furtwangener schon den Ski für das Olympia-Jahr testen.
Auch wenn er den ersten "Hattrick" in der Geschichte des Skispringens gerade verpasst hat, denkt der nach zwei Jahren von dem Polen Adam Malysz entthronte Gesamtweltcup-Sieger Martin Schmitt schon an das nächste große Ziel. Erste Gelegenheit zum Testen besteht am Freitag auf der Großschanze von Trondheim, wo Schmitt 1997 als "Nobody" mit Team-Bronze seine erste WM-Medaille gewann.
Der 23-Jährige aus Furtwangen will im Olympia-Winter bestens gerüstet sein und erstmals bei Winterspielen eine Goldmedaille holen. Der schärfste Rivale steht schon fest: "Adam Riese". Der gleichaltrige Tournee-Gewinner schraubte dank des Erfolges in Falun seine Saisonbilanz im Weltcup auf neun Siege, der zweitplatzierte Schmitt schaffte "nur" fünf. Als erster Pole überhaupt in der Historie wird Malysz die begehrte Kristall-Kugel in Empfang nehmen dürfen, aus den drei restlichen Springen reicht ihm dafür ein 13. Platz.
Besonders die absolute Lockerheit des Polen macht angesichts des immer größer werdenden Rummels Eindruck. In Falun lud der Weltmeister die Journalisten aus der Heimat noch zwei Stunden vor dem Springen zu Gesprächen ein. Von Stress oder "Müdigkeit" war bei dem Familienvater aus dem polnischen Dorf Wisla keine Spur. Auch die unfreiwillige "Kopfnuss" an einer Holzplanke beim Bremsen nach dem ersten Durchgang steckte Malysz weg - in beiden Versuchen stand er die Bestweite.
Schmitt ist im Gegensatz zu den anderen deutschen Springern trotz der Zweikampf-Niederlage aber noch bei bester Laune: "Es macht Spaß, solange ich gut springe." Schmitt landete trotz des verpassten Gesamtsieges in allen 15 von ihm absolvierten Weltcup-Wettbewerben in den Top Ten.
Den anderen Deutschen ist die Freude am Springen dagegen verloren gegangen. "Ich hätte wie Sven Hannawald lieber schon nach Hause fliegen sollen", ärgerte sich Michael Uhrmann (Rastbüchl) nach Rang 26. Und Alexander Herr (Rohrhardsberg), wie Schmitt, Hannawald und Uhrmann bei der WM mit Team-Gold dekoriert, stapfte wortlos und kopfschüttelnd durch den Schnee. Als 43. des ersten Durchgangs durfte er zum Finale gar nicht erst antreten.
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