Bundestrainer Heß stockt Kader auf: Skispringen: "Wunderhelm" soll eingesetzt werden
zuletzt aktualisiert: 23.04.2002 - 17:20Erfurt (rpo). Bei Olympia in Salt Lake City war er noch verboten, aber in der neuen Saison wollen die deutschen Skispringer den als Geheimsache entwickelten "Wunderhelm" einsetzen.
"Die beiden Firmen aus der Nähe von Stuttgart, die den Helm gemeinsam mit den deutschen Skispringern hergestellt haben, werden ihn bis zum 1. Mai beim Internationalen Skiverband anmelden. Ich gehe davon aus, dass der Helm dann gesprungen werden kann", erklärte Jürgen Wolf. Der bisherige Cheftrainer Langlauf im DSV fungiert jetzt als technischer Leiter für den wissenschaftlichen Bereich bei den deutschen Kombinierern und Springern.
Der neue Helm wurde vom Materialtechnischen Institut Stuttgart geprüft und soll neben aerodynamischen Vorteilen vor allem mehr Sicherheit für die Springer bieten. Er wurde in zwei Varianten entwickelt: mit Vollvisier und mit Brille. "Ich gehe davon aus, dass er als Vollvisierhelm den besten Schutz für die Springer bietet", sagte Wolf.
Chef im deutschen Springerlager bleibt Reinhard Heß. Co-Trainer sind Henry Glaß und Wolfgang Steiert. Noch stärker in die Betreuung der A-Mannschaft soll Andreas Bauer einbezogen werden, der weiterhin für den B-Kader verantwortlich zeichnet. Heß, der in den vergangenen Jahren immer mit acht Elite-Springern in die Saison startete, hat seinen Ia-Kader auf elf Aktive ausgeweitet. "Es beginnt ein neuer Olympia-Zyklus. Da müssen wir verstärkt versuchen, Talente einzubeziehen", begründet der erfolgreichste Skisprung-Trainer der vergangenen zehn Jahre die Aufstockung seines Teams.
Neben den Team-Olympiasiegern Sven Hannawald (Hinterzarten), Martin Schmitt (Furtwangen), Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Stephan Hocke (Oberhof) gehören auch die Olympia-Teilnehmer Christof Duffner (Schönwald) - mit 31 Jahren der Routinier im Team - und Georg Späth (Oberstdorf) sowie Mannschafts-Weltmeister Alexander Herr (Schonach- Rohrhardsberg) zur Mannschaft. Neu sind die aus dem Continentalcup aufgestiegenen Michael Neumayer (Berchtesgaden) und Jörg Ritzerfeld (Oberhof) sowie die Junioren Maximilian Mechler (Isny/18) und Daniel Klausmann (Schonach-Rohrhardsberg/17). Die B-Mannschaft bilden die Oberstdorfer Ferdinand Bader, Kai Bracht, Frank Löffler und Stefan Pieper sowie Dirk Else und Frank Ludwig (beide Oberwiesenthal).
Martin Schmitt wird mit einer mehrwöchigen Reha ins neue Trainingsjahr starten, das für die deutschen "Adler" offiziell am 29. April beginnt. Untersuchungen in Freiburg an seinem lädierten Knie haben ergeben, dass keine Operation notwendig ist. Den ersten Sprung- Lehrgang im Sommer plant Reinhard Heß in Hinterzarten (10. bis 14. Juni). Dort beginnt am 10./11. August auch der Sommer-Grand-Prix. Die deutschen Meisterschaften finden gemeinsam mit den Titelkämpfen der Kombinierer vom 26. bis 28. Juli in Winterberg statt.
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