Eiskunstlauf: Slutskaja auf Kati Witts Spuren
zuletzt aktualisiert: 28.01.2005 - 21:45Turin (rpo). Annette Dytrt steht bei den europäischen Titelkämpfen in Turin als Neunte mit 46,41 Punkten ins Kür-Finale am Samstag. Sie steht damit vor dem größten internationalen Erfolg ihrer Karriere - trotz eines Sturzes beim dreifachen Toe-Loop.
Sollte sich die Münchnerin unter den Top Ten behaupten, hätte sie nicht nur der Deutschen Eislauf-Union einen zweiten Startplatz für die EM 2006 in Lyon erkämpft, sondern auch ihr Vorjahresergebnis (Rang elf) erneut verbessert.
Vorn läuft Irina Slutskaja souverän ihrem sechsten europäischen Titel entgegen und könnte mit Katarina Witt gleichziehen, die in den achtziger Jahren ebenfalls sechsmal EM-Gold gewann. Ein makelloses Kurzprogramm zu Tango-Klängen brachte der Ex-Weltmeisterin 65,02 Punkte ein, die Moskauerin distanzierte damit Titelverteidigerin Julia Sebestyen aus Ungarn (61,28) und die Finnin Susanna Pöykiö (56,63).
Die gebürtige Tschechin Dytrt startete ihren "Danse macabre" mit einer blitzsauberen Sprungkombination, doch der verpatzte Toe-Loop verhinderte Platz sechs und damit die Einreihung in die letzte Kürgruppe am Samstag. "Da passiert mir eigentlich nie ein Fehler, mir fehlte wohl die letzte Konzentration", sagte Dytrt, die im Sommer zwei Monate bei Startrainerin Tatjana Tarassowa in den USA geübt hatte.
Die Olympia-Zweite Slutskaja sah trotz ihrer nahezu perfekten Leistung noch Spielraum nach oben. "Bei den Weltmeisterschaften in meiner Heimatstadt Moskau im März will ich noch besser laufen", kündigte die 25-Jährige an, die bereits vor neun Jahren zum ersten Mal Europameisterin wurde. An Titel denkt Slutskaja aber angeblich nicht mehr: "Davon habe ich eigentlich genug, ich möchte nur für meine Freunde und meine Fans gut laufen."
Davon konnte bei ihrer Teamkollegin Jelena Sokolowa keine Rede sein. Der Mitfavoritin, die 2003 WM-Silber gewonnen hatte, missriet die Kombination, den Rittberger drehte sie lediglich einmal statt dreimal. "Ich muss jetzt einfach sehen, was in der Kür noch möglich ist", formulierte die Blondine zurückhaltend, die vom fünften Platz aus (52,46) nun eine Aufholjagd starten muss.
Die Damen-Konkurrenz hatte am Mittag planmäßig begonnen, obwohl rund 200 Menschen schon wie am Donnerstag den Haupteingang zur Palavela zwei Stunden lang blockiert hatten. Die Olympia-Gegner wiesen auf Transparenten und mit Sprechchören auf die hohen Kosten der Austragung der Winterspiele 2006 an gleicher Stelle hin und kritisierten in diesem Zusammenhang den Stellenabbau beim Fiat-Konzern.
Zuvor hatte Ottavio Cinquanta, Präsident des Weltverbandes ISU, das in dieser Saison eingeführte neue Wertungssystem gelobt. "Jeder Läufer weiß jetzt, warum er gewonnen oder verloren hat, somit sind wir in einer viel besseren Situation als noch vor drei Jahren", erklärte der Italiener. Seinerzeit hatte Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), mit Bezug auf den olympischen Paarlauf-Skandal von Salt Lake City grundsätzliche Reformen seitens der ISU angemahnt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











