Eiskunstlaufen: Slutskaja greift nach Gold
zuletzt aktualisiert: 18.03.2005 - 16:14Moskau (rpo). Irina Slutskaja ist ihrem zweiten WM-Titel ein gutes Stück näher gekommen. Unter dem ohrenbetäubenden Jubel von 5.000 geradezu fanatischen Zuschauern hat die Europameisterin bei den Welttitelkämpfen in Moskau ihren Vorsprung nach der Qualifikation weiter ausgebaut. Mit 92,61 Punkten geht die 25-Jährige als Führende in die Kür-Entscheidung am Samstag (13.00 Uhr).
Dabei profitierte die Lokalmatadorin von einem wohlgesonnenen Preisgericht, das eine nicht ganz gelungene Sprungkombination der Olympia-Zweiten von Salt Lake City nur mit milden Abzügen bestrafte. Chancen auf die Goldmedaille hat auch noch Sasha Cohen aus den USA (89,78), die Italienerin Carolina Kostner ist mit 87,27 Zählern Dritte.
Fast schon ohne Titelchance ist die fünfmalige Weltmeisterin Michelle Kwan aus den USA, die sich gegenüber der Qualifikation verbessert zeigte, jedoch keinen entscheidenden Boden gutmachen konnte. Von Platz fünf aus (86,21) dürfte es schwierig sein, noch an allen vor ihr liegenden Konkurrentinnen vorbeizuziehen. "Ich muss vor meiner Kür noch einiges lernen und üben", kommentierte die Eislauf-Millionärin aus Kalifornien ihre Situation.
Rang 14 für Dytrt
Im Feld der Weltklasse konnte sich Annette Dytrt mit einem soliden Kurzprogramm behaupten, das Minimalziel "Finalqualifikation" geriet in keinster Weise in Gefahr. Wie schon nach der Qualifikation nimmt die dreimalige deutsche Meisterin weiterhin Rang 14 (70,43 Punkte) ein.
Eine noch bessere Platzierung verdarb sich die Münchnerin bei ihrem "Danse macabre" durch einen Sturz beim dreifachen Lutz. Der dreifache Flip, seit den europäischen Titelkämpfen im Januar in Turin neu im Programm, gelang anschließend ebenso sicher wie der Doppelaxel. Die Preisrichter honorierten und die 4000 Zuschauer im Luschniki-Sportpalast beklatschten die sehenswerten Schrittkombinationen der gebürtigen Tschechin.
"Ich musste beinahe 40 Minuten auf meinen Start warten, da hatte ich wohl zuviel Zeit zum Nachdenken", kommentierte Dytrt ihren Patzer bei der Kombination zum Auftakt. Als weiteres Problem kam hinzu, dass die Blondine mit dem Absprung einen Moment zu lange zögerte und somit auf Kollisionskurs mit der Bande geriet.
Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), erwartet von seinem Aushängeschild nun eine Anwartschaft auf einen olympischen Startplatz in Turin: "Dafür reicht vermutlich ein 18. Platz. Es wäre schön, wenn Annette sich hier die Chance auf eine Qualifikation bewahren könnte."
Am Rande der Welttitelkämpfe in der russischen Hauptstadt schloss Ottavio Cinquanta, Präsident des Eislauf-Weltverbandes ISU, größere Änderungen am neuen Wertungssystem aus, kann sich kleinere Modifizierungen jedoch durchaus vorstellen. "Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden, aber wir werden tun, was getan werden muss", erklärte der Italiener.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











