5:0 gegen die USA: Spanien zum dritten Mal im Daviscup-Endspiel
zuletzt aktualisiert: 23.07.2000 - 19:06Santander (sid). Spanien hat zum dritten Mal in der 100-jährigen Daviscup-Geschichte das Endspiel erreicht, in dem vom 8. bis 10. Dezember in Barcelona zum dritten Mal Titelverteidiger Australien der Gegner ist. Im Halbfinale gegen das von Kapitän John McEnroe betreute US-Team auf der roten Asche von Santander sorgten Ex-Weltmeister Alex Corretja und Juan Balcells durch einen hart umkämpften 7:6 (8:6), 2:6, 6:3, 6:7 (5:7), 6:3-Sieg im Doppel gegen Todd Martin und Chris Woodruff (Foto) für einen uneinholbaren 3:0-Vorsprung.
Die beiden abschließenden Einzel am Sonntag waren bedeutungslos und wurden nur noch über jeweils zwei Gewinnsätze gespielt. Zunächste gewann Juan Carlos Ferrero gegen Vincent Spadea mit 4:6, 6:1, 6:4, anschließend machte Balcells mit einem 2:6, 7:6 (7:2), 6:4-Sieg gegen Jan-Michael Gambill den 5:0-Erfolg der Iberer perfekt.
McEnroe dementierte danach die Gerüchte, er werde sein Amt niederlegen. "So eine spontane und unüberlegte Reaktion hätte es von dem jungen McEnroe gegeben, aber mittlerweile bin ich gelassener geworden", sagte der dreimalige Wimbledonsieger nach der Niederlage: "Ich habe einen Drei-Jahres-Vertrag, und den werde ich erfüllen."
Die ersten beiden Punkte hatten Albert Costa und Corretja am Freitag für die Iberer eingefahren, die 1965 und 1967 im Finale standen und jeweils in Australien verloren. Costa gewann gegen Martin 6:4, 6:4, 6:4, Corretja setzte sich gegen Gambill 1:6, 6:3, 6:4, 6:4 durch. In dem Versuch, die drohende Niederlage doch noch abzuwenden, stellte US-Kapitän John McEnroe am Samstagmorgen das Doppel um. Anstelle der vorgesehenen Paarung Vince Spadea/Chris Woodruff beorderte der einst weltbeste Doppelspieler Todd Martin an die Seite von Woodruff.
Zunächst sah es so aus, als könne das Verlegenheitsduo die USA, die durch den Ausfall von Wimbledonsieger Pete Sampras (Fußverletzung) und Andre Agassi (Autounfall) erheblich geschwächt waren, doch noch über den zweiten Tag retten. Im ersten Durchgang vergaben Martin und Woodruff allerdings gleich vier Satzbälle, dominierten dann den zweiten nach Belieben, mussten aber im dritten wieder die Spanier ziehen lassen. Die Entscheidung fiel erst im fünften Satz, als dem 30-jährigen Martin die Kräfte schwanden und die Spanier die letzten beiden Spiele zu Null gewannen.
"Dies ist ein großer Tag für das spanische Tennis", meinte Kapitän Javier Duarte, der das Bad in der Menge der 10.000 Zuschauer sichtlich genoss. Immerhin 33 Jahre hat es gedauert, bis eine spanische Mannschaft wieder die Chance bekommt, um die begehrte Trophäe zu kämpfen. Zwar ist Australien mit Patrick Rafter und Lleyton Hewitt an der Spitze ein schwerer Gegner, doch werden die langsame rote Asche und die 17.000 Zuschauer in der ausverkauften Olympiahalle von Barcelona möglicherweise den Ausschlag zugunsten der Spanier geben.
Halbfinale in Santander: Spanien - USA 5:0
Albert Costa - Todd Martin 6:4, 6:4, 6:4 Alex Corretja - Jan-Michael Gambill 1:6, 6:3, 6:4, 6:4 Alex Corretja/Juan Balcells - Todd Martin/Chris Woodruff 7:6 (8:6), 2:6, 6:3, 6:7 (5:7), 6:3 Juan Carlos Ferrero - Vincent Spadea 4:6, 6:1, 6:4 Juan Balcells - Jan-Michael Gambill 6:1, 7:6 (7:2), 6:4
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