Ullrichen: Rene Sommerfeldt stürmte in die Weltelite: "Spanier" Mühlegg weiter in Gelb
zuletzt aktualisiert: 16.02.2000Ullrichen/Goms (dpa). Rene Sommerfeldt ist am Mittwoch beim Weltcup-Skatingrennen über zehn Kilometer im schweizerischen Ullrichen auf einem neuen "Superski" aus Norwegen als Dritter in die Skilanglauf-Weltelite gestürmt. Im Gomser Tal musste der für Oberweißenbrunn startende 25 Jahre Sportsoldat aus Oberwiesenthal mit einer Zeit von 24:07,9 Minuten nur dem finnischen Tagessieger Jari Isometsä (23:47,7) und dem Schweden Per Elofsson (23:55,7) den Vortritt lassen. Der für Spanien laufende Johann Mühlegg (Grainau/24:13,0) behauptete mit dem fünften Platz in Abwesenheit der besten Norweger seine Führung im Gesamtweltcup. Sommerfeldt schob sich auf den 13. Rang vor.
Für das beste Weltcup-Resultat seiner Laufbahn musste sich Sommerfeldt auf der sehr schweren Strecke in fast 1 400 m Höhe total verausgaben. "Ich hatte einen Superski", jubelte der dunkelhaarige Sachse. Sommerfeldt vertraute erstmals in einem Rennen der Neuentwicklung der norwegischen Firma Madshus, die Anleihe beim alpinen Carvin-Ski genommen hat. "Unser Skitechniker Uwe Bellmann hat mir zugeraten. Sonst hätte ich nicht den Mut gehabt, den Ski einzusetzen", bekannte Sommerfeldt. Als Hauptursache für seine Leistungssteigerung in diesem Winter - er war bereits Achter beim Weltcup in Moskau-Krylatskoje - nannte Sommerfeldt aber den Trainer- Wechsel zu Heinz Nestler. Unter Anleitung des einstigen Frauen- Auswahltrainers der früheren DDR trainiert er intensiver und größere Distanzen.
Über fünf Kilometer gelang Weltcup-Spitzenreiterin Kristina Smigun (Estland) der dritte Saisonsieg und der erste Weltcup-Erfolg auf dieser Sprint-Distanz. Mit 12:53,9 Minuten verwies sie die Italienerinnen Stefania Belmondo (5,3 Sekunden zurück) und die überraschend starke Sabina Valbusa (25,0) auf die Plätze.
Das deutsche Duo Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) und Manuela Henkel (Oberhof) musste sich bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt mit Mittelplätzen unter den nur 45 Starterinnen begnügen. Sachenbacher kassierte als 27. noch vier Weltcup-Zähler, während die Thüringerin als 33. erneut leer ausging. "Ich bin derzeit einfach nicht in der Lage, mich weiter nach vorn zu kämpfen", erklärte Henkel verärgert. "Möglicherweise war unsere nur zweiwöchige Schnee-Vorbereitung vor der Saison zu kurz", fügte sie an.
Männer, 10 km Freistil: 1. Jari Isometsä (Finnland) 23:47,7 Minuten; 2. Per Elofsson (Schweden) 23:55,7; 3. Rene Sommerfeldt (Oberweißenbrunn) 24:07,9; 4. Christian Zorzi (Italien) 24:10,3; 5. Johann Mühlegg (Spanien) 24:13,0; 6. Witali Denisow (Russland) 24:15,2; 7. Mitsuo Horigama (Japan) 24:17,2; 8. Christian Hoffmann (Österreich) 24:19,5; 9. Stefan Kunz (Liechtenstein) 24:25,8; 10. Nikolaj Bolschakow (Russland) 24:32,7; ... 33. Ron Spanuth (Ruhla) 25:09,9; 37. Axel Teichmann (Lobenstein) 25:20,0; 60. Jens Filbrich (Oberhof) 26:32,1
Weltcupstand (nach 12 von 21 Rennen): 1. Mühlegg 572 Punkte; 2. Thomas Alsgaard (Norwegen) 461; 3. Isometsä 445; 4. Espen Bjervig (Norwegen) 347; 5. Kunz 319; 6. Odd-Björn Hjelmeseth (Norwegen) 265; 7. Elofsson 255; 8. Frode Estil (Norwegen) 232; 9. Fabio Maj (Italien) 226; 10. Michail Botwinow (Österreich) 202; ... 13. Sommerfeldt 185; 21. Peter Schlickenrieder (Schliersee) 144
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