Lindemann gegen Vlascenko bei DM in Berlin: Spannendes Meisterduell der Eiskunstläufer
zuletzt aktualisiert: 05.12.2001 - 12:16Hamburg (rpo). Am kommenden Wochenende finden in Berlin die 100. deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften statt. Höhepunkt wird dabei das mit Spannung erwartete Meisterduell zwischen Stefan Lindemann und Andrejs Vlascenko sein.
"Ich erwarte einen Prestige-Kampf, bei dem sich die beiden alles abverlangen werden", sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), vor dem Wettbewerb von Freitag bis Sonntag in Berlin. Sowohl der Erfurter Lindemann als auch der Wahl-Münchner haben einen Vierfachsprung für das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison angekündigt. Denn nur mit einer vierfachen Luft-Umdrehung können die Kufenkünstler im olympischen Winter die internationalen Preisrichter beeindrucken.
Zwar hat nur der 21-jährige Thüringer die Chance auf ein Flugticket nach Salt Lake City, denn Vlascenko wurde die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert. Doch der sechs Jahre ältere gebürtige Lette will mit seinem fünften nationalen Titel beweisen, dass er besser ist. Nach dem sechsten Platz bei der Europameisterschaft im Januar, wo Vlascenko auch ohne deutschen Pass starten darf, ließ er zuletzt im November beim Grand Prix in Paris mit einem dritten Platz aufhorchen. Wenn sich Lindemann und Vlascenko keinen großen Patzer erlauben, kann ihnen der Überraschungsmeister Silvio Smalun in der Hauptstadt nicht gefährlich werden. Läuft alles nach Plan, fahren die beiden Herausforderer Mitte Januar zur EM nach Lausanne.
Doch in der Schweiz könnte sich für die DEU die absurde Situation ergeben, dass Vlascenko unter die ersten Acht läuft und Lindemann knapp dahinter bleibt. Dann hätte kein deutscher Läufer die Olympia- Norm des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) erfüllt.
Diese Gefahr droht auch in den anderen Disziplinen: Nach der schweren Knieverletzung von Vorzeigetänzer René Lohse ist auch Partnerin Kati Winkler zur Zeit im Wartestand. Die WM-Siebten aus Berlin waren die Einzigen, die ihren Flug nach Utah schon sicher hatten, nun müssen sie auf den schnellen Heilungsprozess von Lohses Knie hoffen. So ist der Weg in Berlin für die Essener Geschwister Stephanie und Thomas Rauer frei, sie profitierten bereits bei den letzten Meisterschaften vom Ausfall des Erfolgspaares.
Im Paarlauf tritt Mirko Müller, Dritter der WM 1998 zusammen mit Peggy Schwarz, erstmals mit seiner neuen Partnerin Sarah Jentgens an. Doch ob die Berliner schon so weit sind, um ihre Trainingsgefährten Mariana Kautz/Norman Jeschke zu schlagen, ist zu bezweifeln.
Sorgen bereitet dem Verband besonders die Situation bei den Damen. Die zweimalige Meisterin Susanne Stadlmüller musste wegen Krankheit zwei Grand Prix-Wettbewerbe absagen. "Unsere Läuferinnen sind nicht schlecht, ihnen fehlt nur leider die Konstanz", meint Dönsdorf. Dies gilt auch für die zweimalige Titelträgerin Eva-Maria Fitze, die erst noch zeigen muss, dass sie nach ihrer Bulimie-Erkrankung psychisch wieder stark genug ist.
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