Berlin (rpo). Die Hauptrivalin konnte nicht antreten und das nutzte Claudia Pechstein schamlos aus. In Abwesenheit von Anni Friesinger, die erst am Sonntag über 1.000 m laufen wird, holte sich die 33 Jahre alte Berlinerin den Deutschen Meistertitel über 1.500 m.
Zu schnell für die Konkurrenz: Claudia Pechstein. Foto: AFP
In einer soliden Zeit von 1:59,76 Minuten gewann Pechstein den Titel vor Team-Weltmeisterin Daniela Anschütz (Erfurt/2:00,88) und Katrin Kalex (Erfurt/2:01,69).
"Die 1500 m sind nicht meine Lieblingsstrecke. Ich wollte unter zwei Minuten laufen. Das ist mir gelungen", sagte Pechstein, die gelassen auf den Weltrekord von Cindy Klassen (Kanada) reagierte. Die Weltmeisterin hatte am Freitag ihre eigene Bestmarke bei einem Meeting in Calgary von 1:53,86 auf 1:53,77 Minuten verbessert. "Das ist überrascht mich nicht. Sie ist eine Spezialistin für diese Strecke.", sagte Pechstein.
Durch den Erfolg sieht Pechstein auch ihre Chancen auf einen Platz im deutschen A-Team für die Weltcups verbessert. "Ich glaube, mit diesem Sieg habe ich mich qualifiziert", sagte die viermalige Olympiasiegerin selbstbewusst. Neben Friesinger und Sabine Völker (Erfurt) dürfte die Berlinerin nun die besten Karten auf einen der drei Plätze haben, nachdem sie Anschütz auf Distanz halten konnte.
Bei den Olympischen Spielen in Turin (10. bis 26. Februar) werden fünf Läuferinnen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) über die 1500 m antreten. Qualifizieren sollen sich die Athletinnen dafür bei den Weltcups. Pechstein war neben Friesinger, Sabine Völker (Erfurt) und Anschütz bereits für die Weltcups qualifiziert. Durch ihren dritten Platz bei der DM dürfte Kalex das fünfte und letzte Ticket erhalten.
Wolfs Freude nur von kurzer Dauer
Nur von kurzer Dauer war die Freude von Jenny Wolf über ihre Saisonweltbestzeit, die sie am Freitagabend über 500 m bei ihrem Titelgewinn in 38,54 Sekunden aufgestellt hatte. Wenige Stunden später steigerte die Japanerin Sayuri Yoshii diese Marke bei den nationalen Meisterschaften in Nagano auf 38,41. "Das ärgert mich nicht", sagte die 26 Jahre alte Studentin. Freuen konnte sie sich noch über ihren Titel auf der 100-m-Strecke (10,65 Sekunden).
Lokalmatador Jan Waterstradt hat zum dritten Mal in Folge den Titel über 100 m gewonnen. Der Berliner lief die nicht-olympische Strecke in 9,99 Sekunden und verwies Andreas Kraus (Inzell/10,25) und Sascha Braetsch (Berlin/10,50) auf die Ränge zwei und drei. Den Titel über 1500 m bei den Herren sicherte sich Christian Breuer (Grefrath) in 1:49,61 Minuten vor Stefan Heythausen (Grefrath/1:51, 05) und Jörg Dallmann (Erfurt/1:51,13).
Quelle: sid