17. Vuelta-Etappe: Spitzenreiter Heras in seiner Heimat umjubelt
zuletzt aktualisiert: 13.09.2000 - 18:45Salamanca (sid). Die Vorentscheidung zugunsten von Davide Bramati auf der 155,5 km langen 17. Vuelta-Etappe fiel bereits nach einem Drittel der Wegstrecke, als sich eine Fünfergruppe aus dem Feld lösen konnte. Der Italiener verschärfte drei Kilometer vor dem Ziel noch einmal das Tempo und fuhr nach 3:24,33 Stunden sieben Sekunden vor seinen Landsleuten Fabio Baldato, Biagio Conte, Marco Zanoti und dem Spanier Pedro Diaz Lobato über die Ziellinie.
Das flache Profil der Teilstrecke von Benavente nach Salamanca bot dem Telekom-Sprinter Giovanni Lombardi nach den schweren Bergetappen zu Wochenbeginn am Mittwoch so ziemlich die letzte Möglichkeit, bei der 55. Spanienrundfahrt doch noch den ersten Etappenerfolg für das deutsche Vorzeigeteam einzufahren. Der Italiener, dem das graue Trikot de besten Sprinters kaum noch zu nehmen ist, musste seine Hoffnungen auf diesen Teilerfolg mit Platz 21 und 57 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger jedoch ebenso begraben wie der Spanier Roberto Heras.
Der Führende im Gesamtklassement hatte vorher nicht verhehlt, nach dem Teilstück mit Ankunft in seiner Heimat-Provinz Salamanca endlich einmal als Erster über den Zielstrich fahren zu wollen. "Ich will das Trikot unbedingt bis Madrid behalten und wenn's optimal läuft, vielleicht doch noch einen Tagessieg landen", sagte der 31-Jährige, der in diesem Jahr die Tour de France als Fünfter beendete.
Als Trost bleibt dem Vorjahresdritten der Vuelta, der in seiner Heimat von Tausenden stürmisch begrüßt wurde, dass er auch nach der 17. Etappe weiter ungefährdet das "goldene Trikot" des Spitzenreiters trägt und auf der Etappe nach Salamanca zusammen mnit seinen Kollegen vom Team Kelme das Feld der Verfolger kontrollierte. Auf der Fahrt bei stetem Kantenwind hatten nach 45 Kilometern die Italiener Fabio Baldato, Davide Bramati, Biagio Conte und Marco Zanoti sowie der Spanier Oedro Diaz Lobato die Initative ergriffen und zeitweise einen Vorsprung bis zu acht Minuten herausgefahren. Gut vierzig Kilomter vor dem Ziel drückte das Hauptfeld jedoch stärker aufs Tempo, so dass der Vorsprung der fünf Ausreißer bis ins Ziel auf 56 Sekunden schrumpfte.
Am Rande der Vuelta wurde bekannt, dass der Schweizer Alex Zülle, der das Zeitfahren zum Auftakt gewann und anschließend sieben Etappen lang das Gesamtklassement anführte, im zum kommenden Jahr vom spanischen Spitzen-Team Banesto zur deutschen Sportgruppe Team Coast wechselt. Der 32-Jährige, der 1996 und 1997 die Spanien-Rundfahrt gewinnen konnte und 1999 hinter dem US-Amerikaner Lance Armstrong den zweiten Rang bei der Tour de France belegte, unterschrieb bei dem GS-II-Team aus Köln einen Zweijahresvertrag. Neben Zülle verpflichtete Coast auch die Eidgenossen Roland Meier (bisher Cofidis) und Niki Aebersold (Rabobank).
Die 18. Etappe der Vuelta führt am Donnerstag über 159 Kilometer von Bejar nach Ciudad Rodrigo. Die Vuelta endet am Sonntag mit einem Einzelzeitfahren in Madrid.
17. Etappe über 155,5 km von Benavente nach Salamanca:
1. Davide Bramati 3:24,33 Stunden, 2. Biagio Conte, 3. Fabio Baldato, 4. Marco Zanoti (alle Italien), 5. Pedro Diaz Lobato (Spanien) alle gleiche Zeit, 6. Mariano Piccoli (Italien) 57 Sekunden zurück, ... 21. Giovanni Lombardi (Italien/Telekom) gl. Zeit,
Gesamtwertung:
1. Roberto Heras 59:15:23 Stunden, 2. Angel Casero (beide Spanien) 3:41 Minuten zurück, 3. Pawel Tonkow (Russland) 4:50, 4. Raimondas Rumsas (Litauen) 6:37, 5. Santos Gonzales 7:03, 6. Manuel Beltran 9:09, 7. Fernando Escartin 9:16, 8. Carlos Sastre (alle Spanien) 9:23, 9. Massimiliano Gentili 10;36, Wladimir Belli (beide Italien) 10:39, ... 26. Alexander Winokurow (Kasachstan/Team Telekom) 31:59, ... 55. Jörg Ludewig (Steinhagen/Saeco) 1:09:37, ... 58. Kai Hundertmarck (Kelsterbach) 1:16:35, ... 62. Rolf Aldag (Ahlen) 1:20:12, ... 87. Giovanni Lombardi (Italien) 1:41:13, ... 100. Ralf Grabsch (Hürth) 1:47:50, 112. Matthias Kessler (Nürnberg/alle Telekom) 1:54:04
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