Tennis: Preis- und Antritthonorare wurden gesperrt: Sponsoren verklagen Tommy Haas
zuletzt aktualisiert: 27.06.2001 - 12:11Hamburg (rpo). Tommy Haas hat sportlich derzeit nicht gerade den besten Stand, jetzt kommen auch noch Probleme außerhalb des Tennisplatzes hinzu. Der deutsche Tennisstar hat die Zahlungen an seine Förderer eingestellt, die insgesamt 750.000 Mark in seine Ausbildung investiert hatten.
Die 15 Anleger, die in die 1990 gegründete "Tennistalentförderung GmbH & Co. KG" investierten, ließen Haas deshalb per gerichtlichem "Arrestbefehl und Pfändungsbeschluss" Gelder aus Werbeeinnahmen sowie Preis- und Antrittshonorare sperren und verklagten ihren Zögling beim Landgericht München I auf die Zahlung von gut einer Million Mark. Dies berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuesten, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe.
Laut Vertrag stehen den Haas-Mäzenen, darunter Helmut Markwort, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Focus", 15 Prozent aller Einnahmen des Tennisprofis bis zum Ende des Jahres 2004 zu. Seit Haas, derzeit die Nummer 17 der Welt, größere Einnahmen zu verzeichnen hat, sind aber keine Gelder mehr an die Investoren geflossen. Die Einlage von 50.000 Mark pro Förderer verfolgte damals das Ziel, die "Talente von jungen Tennisspielern, insbesondere von Sabine und Thomas Haas" zum kommerziellen Erfolg zu führen. Tommy Haas' Schwester Sabine hat inzwischen ihre Tenniskarriere beendet.
Haas-Anwalt Georg Stock begründet den Stopp der Zahlungen an die Investoren damit, das Finanzierungsmodell sei "ein Verstoß gegen die guten Sitten". Kein Mensch könne "sein Talent, weder ganz noch teilweise, an einen Dritten übertragen". Die Investoren seien keine Talentförderer, sondern Spekulanten. "Spekulationsobjekte waren ein zwölfjähriger Junge und seine fünfzehnjährige Schwester. Hier wird das Anstandsgefühl...grob verletzt." Wie der stern berichtet, fordert Stock die Erstattung sämtlicher bereits erfolgter Zahlungen zurück.
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