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Pay-TV und Streaming-Angebote
Wer großen Sport sehen will, muss zahlen

Übersicht: Das kosten die TV-Rechte der Bundesliga seit 1965
Übersicht: Das kosten die TV-Rechte der Bundesliga seit 1965 FOTO: dapd, dapd
Düsseldorf. Live-Sport kostet Geld. Es gibt viele Angebote und Sender. Streaming im Internet wird dabei immer wichtiger. Von Patrick Scherer und Benedikt Laubert

Wochenende, auf die Couch legen, Fernsehgerät an und Livesport schauen. Diesen Plan verfolgen Millionen Menschen in Deutschland. Dabei werden sie aber je nach Sportvorliebe vor die Wahl gestellt, viel Geld für Bezahlsender auszugeben oder die Couch zu verlassen und eine Kneipe mit entsprechender Lizenzierung aufzusuchen.

Für diejenigen, die nicht bereit sind, mehr als ihren üblichen Kabel- oder Satellitenanschluss zu zahlen, gibt es zwar Auswahl, die bleibt aber überschaubar. RTL überträgt die WM-Quali-Spiele der deutschen Fußball-Nationalelf, die Öffentlich-Rechtlichen zeigen das Bundesliga-Eröffnungsspiel, das erste Spiel nach der Winterpause, DFB-Pokalspiele und in ihren dritten Programmen Spiele aus der 3. Liga oder den Regionalligen. Sport1 bringt Handball (zwei Partien pro Woche aus Liga oder Pokal), Eishockey (ein DEL-Spiel am Sonntag) und Basketball (ein BBL-Spiel am Freitagabend). Zudem sind auf Pro Sieben Maxx Spiele aus der amerikanischen Football-Liga NFL und dem Basketball-Eurocup zu sehen. Die Formel 1 fährt bei RTL, und die großen Tennis-Turniere laufen bei Eurosport - bis auf eine Ausnahme: Wimbledon. Das berühmteste Turnier gibt es nur gegen Bezahlung bei Sky.

An Sky kommen Fußballfans kaum vorbei. Für 34,99 Euro liefert der Anbieter neben dem Basisprogramm ein Sport- und ein Bundesliga-Paket auf bis zu 21 Sendern. Sky überträgt alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga sowie alle Begegnungen der Champions und Europa League sowie des DFB-Pokals. Zudem sind auch Golf und alle Spiele der deutschen Handball-Klubs in der Champions League dort exklusiv zu sehen. Sky bietet auch den Service SkyGo an, um die Spiele über das Internet auch unterwegs abrufen zu können.

Weitere Exklusivrechte besitzt die Telekom. Dort werden alle Spiele der Deutschen Eishockey Liga und der BBL übertragen. Für Fernsehkunden der Telekom ist das Angebot inklusive, der Rest muss zwischen fünf und 15 Euro bezahlen, um per Receiver oder online auf Tablet oder Smartphone dabei sein zu können. Auch Basketballspiele aus der Euroleague und der nordamerikanischen NBA können über die Telekom empfangen werden.

Über Kabel oder Satellit gibt es gegen Aufpreis weitere Sportsender. Sportdigital überträgt Fußball aus Südamerika, Japan und der holländischen Eredivisie. Bei Sport1 US gibt es die nordamerikanische Baseball-Liga MLB, die Eishockey-Liga NHL oder die NBA. Bei Eurosport 2 läuft amerikanischer Fußball oder Tennis. Bis zu 15 Euro Aufpreis kosten die Sender im Paket.

Der selbst ernannte neue Heilsbringer im Internet kürzt sich DAZN ab. Über 8000 Live-Events pro Jahr ohne Werbeunterbrechung liefert der Streamingdienst. Neben NBA, NFL, NHL, Handball-Bundesliga, Tennis und Darts überträgt DAZN auch internationalen Fußball aus Spanien, Italien, Frankreich und England. Mit Letzterem wuchert der neue Dienstleister. Exklusiv ist die vermeintlich beste Fußball-Liga der Welt, die Premier League, nur über dazn.com zu sehen. Die Kosten betragen 9,99 Euro im Monat. Das Problem: Bei großen Spielen wie dem Manchester-Derby oder Manchester United gegen Liverpool waren die Server im September und Oktober bereits überlastet. Die zahlenden Zuschauer sahen nur einen schwarzen Bildschirm. Das brachte DAZN große Proteste über die sozialen Netzwerke ein.

MLB, NBA, NFL oder NHL gibt es per Streaming auch über die amerikanischen Websites der Ligen zu buchen. Kostenpreis für alle Spiele einer Sportart: 100 bis 250 Euro.

Fest steht: Wer den ganz großen Sport sehen will, muss ins Portemonnaie greifen.

Quelle: RP
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