Ehrung in Monte Carlo: Sport-Oscar für "Schumi"
zuletzt aktualisiert: 15.05.2002 - 00:28Monte Carlo (rpo). Das "Schummelrennen" von Spielberg kratzt nicht wirklich am Image des Michael Schumacher: Als erster deutscher Sportler ist der Kerpener am Dienstag in Monte Carlo mit dem Sport-Oscar ausgezeichnet worden. Der "Laureus Awards" für die Welt-Sportlerin des Jahres ging an die Tennisspielerin Jennifer Capriati aus den USA; Mannschaft des Jahres wurde das australische Cricket-Team.
Der viermalige Formel-1-Weltmeister setzte sich gegen die Amerikaner Tiger Woods (Golf), Lance Armstrong (Radsport) und Maurice Greene (Leichtathletik) sowie den Australier Ian Thorpe (Schwimmen) durch.
Schumacher nahm die Auszeichnung am Abend persönlich in Empfang. Noch vor zwei Tagen war der 33-Jährige in einen von Ferrari ausgelösten Skandal verwickelt, als der Rennstall den führenden Brasilianer Rubens Barrichello im österreichischen Spielberg zum Langsamfahren angehalten und Schumacher somit zum 58. Grand-Prix-Sieg verholfen hatte.
Bei den ersten beiden Wahlen durch ein 44-köpfiges Gremium herausragender Sportler, darunter aus Deutschland Katarina Witt, Franz Beckenbauer und Boris Becker, hatte sich mit Woods der überragende Golfer der Gegenwart durchgesetzt. Für Schumacher gab der im letzten Jahr überlegen gewonnene vierte WM-Titel den Ausschlag für den Erfolg gegen die starke, von Woods und dem dreimaligen Tour- de- France-Sieger Armstrong angeführte Konkurrenz.
Bei den Sportlerinnen wurde Jennifer Capriati als zweifache Grand- Slam-Turniersiegerin ihrer Tenniskonkurrentin Venus Williams (USA), der niederländischen Schwimm-Weltmeisterin Inge de Bruijn, der amerikanischen Stabhochspringerin Stacy Dragila und der schwedischen Golfspielerin Annika Sorenstam vorgezogen. Bei den Mannschaften konnte sich Champions League- und Weltcup-Sieger Bayern München ebenso nicht durchsetzen wie Deutschlands bester Golfspieler Bernhard Langer in der Sparte "Comeback des Jahres"; auch der vierfache deutsche Paralympics-Sieger von Salt Lake City, Gerd Schönfelder, ging beim Laureus-Preis für Behindertensportler leer aus.
Insgesamt gibt es bei den von DaimlerChrysler und Richemont gesponserten Auszeichnungen sieben ständigen Kategorien, für die je fünf Nominierungen ausgesprochen worden waren. Dazu wurde posthum ein "Lifetime Award" an Sir Peter Blake verliehen. Der im Dezember in Brasilien ermordete Neuseeländer galt als bester Hochseesegler. Er gehörte der 44-köpfigen "Academy" aus Weltsportlern an, die die Laureus-Sieger in geheimer Wahl bestimmt hatten.
Den Rahmen der Preisverteilung im Grimaldi Forum von Monte Carlo bildete eine Show nach Vorbild der Oscar-Verleihungen in Hollywood für den Film, der unter anderen durch Michael Douglas und Sean Connery prominent vertreten war.
Sportler der Jahres: Michael Schumacher (Kerpen) - Motorsport
Sportlerin des Jahres: Jennifer Capriati (USA) - Tennis
Mannschaft des Jahres: Cricket-Team Australiens
Newcomer des Jahres: Juan Pablo Montoya (Kolumbien) - Motorsport
Comeback des Jahres: Goran Ivanisevic (Kroatien) - Tennis
Behindertensportler des Jahres: Esther Vergeer (Niederlande) - Rollstuhl-Tennis
Alternativsportler des Jahres: Bob Burnquist (Brasilien) - Skateboard
"Lifetime-Award": posthum Sir Peter Blake (Neuseeland) - Hochseesegeln
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