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"Sportler des Jahres"
Dahlmeier ist zu müde für die große Party

Sportlerin des Jahres 2017: die Top Ten
Sportlerin des Jahres 2017: die Top Ten FOTO: dpa, ua fgj
Baden-Baden. Viel Zeit zum Feiern blieb Laura Dahlmeier und Johannes Rydzek nicht. Die "Sportler des Jahres" wirkten ein wenig müde, ihr Fokus liegt bereits auf den Winterspielen im Februar. Denn trotz aller bereits gewonnenen Titel fehlt beiden noch der eine besondere.

Eine der größten Auszeichnungen ihrer noch jungen Karriere kam für Laura Dahlmeier eigentlich zur Unzeit. Die "Sportlerin des Jahres" 2017 war stolz, als sie in Baden-Baden ihren Preis überreicht bekam. Die 24 Jahre alte Ausnahme-Biathletin war aber auch platt. Dahlmeier sehnte sich ihrem kurzen Weihnachtsurlaub entgegen, noch in der Nacht verließ sie den kleinen Kurort im Schwarzwald schon wieder. "Meine Beine sind schwer, die Pause kommt gerade recht. Jetzt geht es darum, Kraft zu tanken für die kommenden Aufgaben", sagte sie.

Dahlmeier ging es damit ähnlich wie ihrem Wintersport-Kollegen Johannes Rydzek. Wie die Fünffach-Weltmeisterin von Hochfilzen hatte auch der Vierfach-Weltmeister der Nordischen Kombination am Sonntagmittag noch einen Wettkampf absolviert. Angesichts des Reisestresses wirkten beide ein wenig müde, "aber ich fühle mich auch geehrt", wie Rydzek sagte.

Sportler des Jahres 2017: Die Preisverleihung FOTO: dpa, ua fgj

Trotz eines Jahres ohne Olympia oder große Fußball-Erfolge wirkte es dennoch etwas überraschend, dass zwei Wintersportler gleichzeitig die Journalisten-Wahl gewannen. Das war zuletzt vor elf Jahren den Biathleten Kati Wilhelm und Michael Greis gelungen. Zumindest Rydzek setzte sich diesmal äußerst knapp gegen den Ironman-Weltmeister Patrick Lange durch. Dabei beginnen sowohl für ihn wie auch für Dahlmeier die wirklichen Härtetests erst in diesem Februar.

Walkenhorst auf Krücken  zur Gala

Denn trotz etlicher Titel fehlt Beiden noch der alles überstrahlende Triumph: Olympia-Gold. Für die Spiele im südkoreanischen Pyeongchang haben sich Dahlmeier und Rydzek viel vorgenommen, beide zählen in ihren Disziplinen zu den klaren Favoriten. Die wenigen Tage Freizeit wollen beide nun nutzen, um den Akku zumindest ein wenig wieder aufzuladen - Dahlmeier Daheim in ihren geliebten bayerischen Bergen, Rydzek mit Familie und Freunden. "Etwas runter kommen" wolle er jetzt, sagte der 26-Jährige. Schließlich stehe in ein paar Wochen ja noch ein nicht ganz unwichtiger Termin im Kalender.

Deutlich weniger stressig verlief der Abend für die "Mannschaft des Jahres". Laura Ludwig und Kira Walkenhorst saßen noch lange mit ihrem engsten Team zusammen, viel trainieren können die Beachvolleyballerinnen momentan ohnehin nicht. Walkenhorst lief nach ihrer Hüft-OP noch an Krücken, vom olympischen Gold müssen die beiden aber auch nicht mehr nur träumen. Nach ihrem Sieg bei den Spielen in Rio 2016 und dem WM-Titel in diesem Jahr haben sie nun alles gewonnen, was es in ihrer Sportart zu gewinnen gibt. Zwischen all diesen Titeln liegen aber auch zahlreiche Verletzungen. Ans Karriereende denken sie aber längst nicht, wie Ludwig in Baden-Baden bekräftigte: "Tokio 2020 ist das Ziel", sagte sie. Dann finden dort die nächsten Olympischen Spiele statt.

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(dpa)
 
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