| 08.22 Uhr

Minus von 3,8 Millionen
Sportlotterie droht das Aus

Fotos: Robert Harting – Diskuswerfer, Olympiasieger, Weltmeister
Fotos: Robert Harting – Diskuswerfer, Olympiasieger, Weltmeister FOTO: ddp
Krefeld. Jahresumsätze im dreistelligen Millionenbereich waren beim Start der Deutschen Sportlotterie Anfang 2015 mittelfristig erwartet worden. Die Lotterie, zuletzt mit Sitz in Krefeld, weist aber aktuell einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 3,8 Millionen Euro auf. Von Sebastian Peters

Der Gesamtumsatz seit Februar liegt bei weniger als 500.000 Euro, bei weniger als 12.000 Online-Teilnehmern, insgesamt 20.000 Teilnehmern. Dies berichtete das WDR-Magazin "Sport inside" in seiner gestrigen Ausgabe. Unserer Redaktion wurden die Zahlen bestätigt. Der Fehlbetrag soll aber fast ausschließlich durch Darlehen der Gesellschafter als Startkapital begründet sein.

Anfang des Jahres gestartet, sollte die von den Krefelder Unternehmern Gerald Wagener (Schneekoppe) und Torsten Toeller (Fressnapf) initiierte Lotterie deutsche Spitzenathleten fördern. Vorbild war England, das im Vorfeld der olympischen Spiele in London 2012 eine Lotterie gestartet hatte. Ursprünglich war geplant, über die Erlöse der Sportlotterie die monatliche Unterstützung der rund 5000 deutschen Spitzenathleten von durchschnittlich 300 Euro auf 1000 Euro pro Monat aufzustocken. Bisher hat aber kein einziger deutscher Spitzenathlet Fördergelder erhalten.

Prominente Sportler stehen mit ihrem Gesicht für die Sportlotterie: Diskus-Olympiasieger Robert Harting ist ebenso mit von der Partie wie Ex-Boxweltmeister Henry Maske und - neuerdings - auch Fußballweltmeister Philipp Lahm.

Seit 12. Mai 2015 hat Lotto Hessen die operative Geschäftsführung. In den letzten Wochen hätten, so Wagener, die Umsätze "sehr stark angezogen." Wagener: "Wir dürften inzwischen bei einer schwarzen Null stehen."

Die prominenten Köpfe der Sportlotterie, Harting und Maske, wollen derzeit nach Informationen unserer Redaktion nicht für das Unternehmen werben. Philipp Lahm soll nach Berichten von Sport Inside auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zugehen wollen, um eine Lösung zu erreichen.

Unterdessen soll der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei den Ministerpräsidenten der Länder dafür werben, die bisher wenig erfolgreiche Sportlotterie zu einer Olympialotterie auszubauen. Von mehreren Ministerpräsidenten sei bereits Zustimmung signalisiert worden, heißt es dazu in einem DOSB-internen Papier.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Minus von 3,8 Millionen: Sportlotterie droht das Aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.