Auf Hugo Simon ist Verlass: Springreiten: Deutsche mischen in Madrid gut mit
zuletzt aktualisiert: 22.09.2001 - 19:41Neuss (rpo). Auf den inzwischen 59-jährigen Springreiter Hugo Simon ist immer noch Verlass. Beim Internationalen Reitturnier in Wiesbaden gewann er auf dem scheinbar unverwüstlichen Wallach E.T. die zweite Qualifikation zum Großen Preis der Springreiter.
Im Stechen deutlich geschlagen wurde der britische Weltcup-Dritte Michael Whitaker auf First Samuel, den dritten Rang belegte der Holländer Emile Tacken auf Miss Montana, Vierter wurde Team-Olympiasieger Otto Becker (Mühlen) auf Fiala. Nicht am Start ist Europameister Ludger Beerbaum (Riesenbeck). Der Weltranglisten-Erste macht ein paar Tage Pause, nachdem er bereits am letzten Sonntag in Donaueschingen die "Riders Tour" und die damit verbundenen 500.000 Mark an Prämie vorzeitig gewann.
In der Dressur holte sich Hollands Mannschafts-Olympiazweite Ellen Bontje auf dem Hengst Silvano mit 1776 Punkten den Sieg vor der Amerikanerin Lisa Wilcox auf Rohdiamant (1739) und dem Amerikaner Günter Seidel auf Nikolaus (1736). Die Topreiter Deutschlands fehlen geschlossen in dieser Disziplin.
In Madrid mischt die deutsche Verlegensheits-Equipe beim Finale um den Nationen-Cup in den Rahmenprüfungen bisher ordentlich mit. Heinrich-Hermann Engemann (Rulle) gewann auf Westfalens schnellster Stute Candela das Zeitspringen, Toni Hassmann (Lienen) wurde auf dem Hengst Candy Man in einer Konkurrenz nach Fehlerpunkten und Zeit Zweiter und danach in der Konkurrenz nach Fehlerpunkten und Zeit noch Dritter, Lutz Gripshöver (Werne) konnte sich auf Plam Beach einmal als Vierter platzieren, Markus Renzel (Alt Marl) auf Carlos als Sechster.
Dass die USA, die wegen des Terroranschlags vor einer Woche in New York zunächst abgesagt hatten, nun aber doch teilnahmen, ist der pferdesportbegeisterten Prinzessin Haya von Jordanien und auch dem in Neukirchen-Vlyn bei Krefeld beheimateten Briten Martin Atock zu verdanken. Atock, bereits verantwortlich für den gesamten Flugtransport der Pferde zu den Olympischen Spielen nach Sydney und zurück, organisierte kurzfristig den Transfer für drei bereits in Europa stationierte Reiter.
Alice Debany-Clero, Trainerin von Prinzessin Haya in Paris, wurde von einem Turnier in Pisa mit einer Chartermaschine geholt und Claire Bronfman in Holland bei ihrem Coach Henk Nooren aufgelesen. Richard Spooner, der zuletzt bei der "Riders Tour" recht gut ritt, fuhr seine Pferde persönlich über 30 Stunden nach Madrid. Alice Debany-Clero startet in Madrid im Preis der Nationen an diesem Sonntag auf von Prinzessin Haya geliehenen Pferden. Wegen des verhängten Flugverbots konnte die zunächst nominierte US-Mannschaft nicht von Amerika nach Europa geflogen werden.
Den bisher einzigen deutschen Erfolg beim Internationalen Reitturnier im 84-Seelen-Dorf Mesikon bei Zürich erreichte der frühere Mannschafts-Vizeweltmeister Rene Tebbel (Emsbüren) auf Fernet M.
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