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Rio De Janeiro
Springreiter bleiben im Einzel ohne Medaille

Rio De Janeiro. Enttäuschung, Frust und auch ein bisschen Ärger standen Christian Ahlmann und Daniel Deußer in die verschwitzten Gesichter geschrieben: Die deutschen Springreiter müssen zwölf Jahre nach Bronze für Marco Kutscher in Athen weiter auf eine Medaille im Einzel warten. Gold holte sich Altmeister Nick Skelton mit Big Star. Er ist der erste britische Olympiasieger im Einzel. Von Angela Bern

Der Weltranglistenerste Ahlmann mit Taloubet und Deußer mit First Class verpassten durch Abwürfe im zweiten Umlauf ihre realistischen Chancen auf Edelmetall. Meredith Michaels-Beerbaum und Fibonacci waren bereits im ersten Durchgang gescheitert. "Mit ein bisschen Glück bleibt die Stange liegen", sagte Ahlmann nach seinem Abwurf am vorletzten Hindernis. "Es ist wirklich ärgerlich, weil Christian und Daniel super geritten sind", sagte Bundestrainer Otto Becker: "Aber so eng ist das halt. Da fällt eine Stange, und du bist weg." Ahlmann war dennoch "sehr, sehr stolz auf mein Pferd. Natürlich ist viel Enttäuschung bei, weil vieles möglich gewesen wäre."

Gold ging an den 58-jährigen Skelton, der sich im Stechen gegen fünf Konkurrenten durchsetzte. Silber gewann der Schwede Peder Fredricson mit All In, Bronze Eric Lamaze, der kanadische Olympiasieger von 2008, mit Fine Lady. Die ersten drei blieben fehlerfrei, am Ende entschied die Zeit für Skelton.

27 Reiter hatten sich für den zweiten Umlauf qualifiziert, sieben mehr als vorgesehen. "Die Zahl der Null- und Vier-Fehler-Ritte ist ungewöhnlich hoch", sagte Ahlmann, "damit hat keiner gerechnet." Er war angetan von Taloubets Leistungsbereitschaft: "Er ist mit seinen 16 Jahren immer noch eines der schnellsten Pferde überhaupt."

Für Meredith Michaels-Beerbaum war das Finale bereits am Hindernis beendet. Ihr Schimmel Fibonacci stürzte am Oxer durch das Hindernis. Den zweiten Sprung absolvierte das Paar noch, dann gab Michaels-Beerbaum auf. "So etwas ist mir noch nie passiert", sagte die 46-Jährige enttäuscht: "Es war eine Kombination aus zu viel wollen und zu wenig konzentrieren." Sie sei nicht fokussiert gewesen, "auf einmal habe ich dann gemerkt, dass die Distanz nicht passt, aber da war es schon zu spät". Einen Sprung machte das Paar noch, ehe Michaels-Beerbaum aufgab. "Ich wollte nur sicherstellen, dass mit Nacho alles okay ist, aber den ganzen Parcours wollte ich ihm nicht zumuten", sagte sie. Fibonacci sei sofort nach dem Schreck wieder bereit gewesen: "Er hat sich einmal geschüttelt und mich böse angeguckt."

(sid)
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