"Sydney war ein Griff in die Kloschüssel": Sprüche des Jahres 2000
zuletzt aktualisiert: 29.12.2000 - 12:49Zumeist sind sie einfach nur witzig. Manche jedoch machen auch nachdenklich und wieder andere sind ganz schön frech. Lesen Sie selbst - die besten Sprüche des Jahres 2000:
Olympia in Sydney
"Macht die Flamme aus, die Party ist vorbei." (Los Angeles Times zum Dopingfall C. J. Hunter, Ehemann von Marion Jones)
"Er wollte wohl sehen, ob sein Kopf dicker ist als meiner. Jetzt ist meine Nase dicker als sein Kopf." (Alexander Leipold, später wegen Dopings disqualifizierter Olympiasieger im Ringen, nachdem ihm sein mazedonischer Gegner in der Vorrunde das Nasenbein gebrochen hatte.)
"Sydney war ein Griff in die Kloschüssel." (Achim Jedamsky, Bundestrainer Schwimmen, zum Abtauchen der Deutschen)
"Das reicht vielleicht für das deutsche Sportabzeichen, aber nicht für eine Medaille bei Olympia." (Claus Marek, Bundestrainer Zehnkampf, zu den mäßigen Diskusweiten um die 33 Meter von Frank Busemann)
"Die meisten Deutschen sind so schlecht, die qualifizieren sich nicht mal für den Urin-Test." (Harald Schmidt, Lästermaul)
"Das war ein Riesenschritt in die falsche Richtung." (Christian Schwarzer, deutscher Handballer, nach dem 21:22 gegen Ägypten)
"Der Wettkampf war wie ein Zwei-Stunden-Orgasmus." (Stephan Vuckovic, Triathlet, nach dem Gewinn der Silbermedaille)
"Um die Nummer eins zu bleiben, musst du trainieren, als ob du die Nummer zwei bist." (Maurice Greene)
"Es ist, als ob man ein Kind bekommt." (Cathy Freeman, australische Nationalheldin, zur Erwartungshaltung des ganzen Landes vor dem Rennen über 400 m)
Fußball-Europameisterschaft
"Leider gibt es noch kein Gesetz, das solche Spiele verbietet" (Bundesinnenminister Otto Schily zum 0:3-Debakel gegen Portugal).
"Das war müder Rumpel-Fußball, der streckenweise in Misshandlung des Balles ausartete. Vielleicht war die Veranstaltung mit Deutschland auch nur die B-Europameisterschaft. Das A-Turnier läuft jetzt ohne uns. Irgendwie hätten wir da eh nur gestört" (EM-Analyse von Franz Beckenbauer vor den Euro-Halbfinalspielen).
"Grundsätzlich werde ich versuchen, zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen." (DFB-Teamchef Erich Ribbeck einen Tag nach dem 1:1 gegen Rumänien zur möglichen Einflussnahme seiner Spieler).
"Ich bewerte die Zukunft des deutschen Fußballs positiv. Weniger Einsatz, weniger Wille, weniger Bereitschaft geht nicht mehr." (Jens Nowotny nach dem 0:3 gegen Portugal).
"Wir müssen das Spiel erst noch einmal Paroli ziehen lassen." (Versprecher von Erich Ribbecks Assistent Horst Hrubesch auf die Frage des ZDF-Moderators Michael Palme, welche Konsequenzen die verantwortlichen Trainer nach dem 1:1 gegen Rumänien zum Auftakt der Euro ergreifen wollen).
"Markus, trink endlich einen Whisky, damit Du eine rauchigere Stimme bekommst." (Österreichs Schiedsrichter Günter Benkö zum Lauterer Referee Dr. Markus Merk, Leiter des EM-Eröffnungsspiels zwischen Belgien und Schweden).
Bundestrainerfrage
"Allein der Gedanke ist strafbar." (DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer auf die Frage, ob er als "Notnagel" für den Posten des Bundestrainers zur Verfügung stehe).
"Ich habe es mir wirklich überlegt. Ich mache es im Nebenberuf - Bundestrainer. Aber nur am Wochenende." (Bundeskanzler Gerhard Schröder).
WM-Bewerbung 2006
"Wenn er sagt, wir spielen künftig mit viereckigen Bällen, dann wird mit viereckigen Bällen gespielt." (Manager Rudi Assauer vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 zum Erfolg von WM-Bewerbungschef Franz Beckenbauer).
Fußball-Bundesliga
"Sollten sie dieses Spiel bislang atemberaubend finden, dann haben sie es an den Bronchien." (TV-Kommentator Marcel Reif während der ersten Hälfte des Bundesligaspiels Schalke 04 gegen Bayern München)
"Es könnte ja Aua machen, es könnte ja einer mit Watte werfen. Wenn er Angst hat, soll er sich hinter die Mauer stellen." (Stuttgarts Trainer Ralf Rangnick über das Abwehrverhalten von Verteidiger Thomas Schneider beim Freistoßtor von Andreas Herzog zum 0:2 bei Werder Bremen)
"Ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, weiß ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen." (Frankfurts Jan Aage Fjörtoft über die bekanntermaßen harten Trainingsmethoden von Trainer Magath.)
"Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt." (Eintracht Frankfurts Torschütze Jan Aage Fjörtoft zu den Gründen für seinen ersten Saisoneinsatz von Beginn an).
"Wenn das Handy klingelt, kann man aus dem Bus aussteigen - und wir fahren weiter. Der hat ja ein Handy und kann sich ein Taxi rufen." (Werner Lorant, Trainer von 1860 München, im DSF-Doppelpass zum Handyverbot in der Kabine und im Mannschaftsbus der "Löwen")
"Der Herbstmeistertitel ist unwichtig, deshalb verkaufen wir in Gelsenkirchen nicht einen Tannenbaum mehr." (Rudi Assauer, Manager des derzeiten Tabellenzweiten Schalke 04)
Sonstiges
"Ich hoffe, dass diese Wahl endgültig ist und die Stimmen nicht noch mal ausgezählt werden müssen. In meinem Land ist das nämlich so üblich." (400-m-Olympiasieger Michael Johnson aus den USA, der im Rahmen der ARD-Sportgala als weltbester internationaler Athlet des Jahres 2000 ausgezeichnet wurde)
"Bei uns ist das Zähneputzen ab sofort verboten." (Werner Lorant, Trainer des TSV 1860 München, in Anspielung auf die Doping-Affäre von Leichtathlet Dieter Baumann)
"Die Aufhebung der Suspendierung ist an den Schamhaaren herbeizogen" (Prof. Fritz Sörgel, Leiter des Nürnberger Instituts für biomedizinische und pharmazeutische Forschung, zum Freispruch des Läufers durch den Rechtsausschuss im Deutschen Leichtathletik-Verband))
"Ich spreche deutsch, französisch, spanisch, englisch, auch einigermaßen holländisch und italienisch. Und dann natürlich meinen Kölner Dialekt. Wie hätten Sie es gern?" (Festina-Radprofi Marcel Wüst auf der Pressekonferenz in Vitre nach seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France)
"Beim Eisprung bin ich ja nie daheim." (Der dreimalige Rodel-Olympiasieger Georg Hackl zu den Problemen bei der Familien-Planung.
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