Nach dem IOC-Skandal: Starker Druck auf Sydney
zuletzt aktualisiert: 22.05.2000 - 14:27Berlin (dpa). Der australische Olympia-Minister Michael Knight hat am Montag eingeräumt, dass das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele in Sydney (SOCOG) nach dem IOC-Skandal vom vergangenen Jahr unter großem Druck stehe.
"Wer diesen Druck nicht spürt, ist entweder ein Lügner oder ein Psychopath", erklärte der SOCOG-Präsident anlässlich seines Aufenthalts in Berlin. Sydney hatte sich bei der Vergabe 1993 unter anderem klar gegen die deutsche Hauptstadt als Mitkonkurrenten durchgesetzt.
Zudem bestehe nach der öffentlichen Kritik an den Spielen von Atlanta 1996 eine starke Erwartungshaltung an Sydney, den olympischen Glanz der Spiele wiederherzustellen. Von der Protestbewegung der austalischen Ureinwohner, den Aborigines, erwartet Knight keine Störungen. "Die jüngsten Proteste der Aborigines richten sich nicht in erster Linie gegen die Spiele, sondern gegen bestimmte Entscheidungen der Landes- oder der Provinzregierungen.
Das Organisationskomitee hat im Vorfeld der Spiele viele Gespräche mit den Ureinwohnern geführt. Wir wollen ihre Proteste unbedingt von den Spielen fern halten und werden ihnen daher Gelegenheit geben, sich gegenüber den internationalen Medien während der Spiele zu präsentieren", führte Knight aus, der das Ministeramt seit 1995 und das Amt des Organisations-Chefs seit 1996 ausübt.
"Sydney ist bereit"
Aus Sicht von Knight könnten die Olympischen Spiele bereits heute beginnen. "Sydney ist bereit. Alle Sportstätten sind so frühzeitig fertig geworden, dass ausreichend Zeit für Tests bleibt", meinte der Minister. Er räumte aber auch ein, dass vom SOCOG in den vergangenen Jahren einige Fehler gemacht wurden, so bei der Ticket-Vergabe. "Nach dem Verkaufsstart haben wir einige Prinzipien der Gleichheit verletzt. Aber das wurde schnell erkannt, jetzt läuft der Verkauf der über neun Millionen Tickets für sämtliche Veranstaltungen öffentlicher und transparenter", so Knight.
Als wichtigste Herausforderung bezeichnete Knight die Lösung des Transportproblems. Dafür sei eine Behörde eingerichtet worden, die den gesamten Bodentransport während der Spiele koordiniert. Mit dem Verbot für privates Parken sei versucht worden, die Zuschauer zur Benutzung des öffentlichen Transportsystems zu zwingen.
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