Davis Cup: Generalprobe war ein Reinfall: Steeb muss zwischen Not und Elend wählen
zuletzt aktualisiert: 24.03.2000 - 12:11Miami (sid). Daviscup-Teamchef Carl-Uwe Steeb muss bei der Nominierung des zweiten Einzelspielers für das Viertelfinale vom 7. bis 9. April in Adelaide gegen Australien zwischen Not und Elend wählen.
Beim ATP-Turnier in Miami verabschiedeten sich die beiden potenziellen Kandidaten Rainer Schüttler (Bad Homburg) und David Prinosil (Amberg) nach teilweise indiskutabler Leistung bereits in der ersten Runde. Schüttler unterlag Byron Black aus Simbabwe mit 3:6, 5:7, Prinosil zog gegen den seit Monaten formschwachen Kroaten Goran Ivanisevic mit 3:6, 2:6 den Kürzeren.
Tommy Haas, einzige feste Größe in Steebs Daviscup-Planung, traf nach einem Freilos in der zweiten Runde am Freitag (ca. 23.00 Uhr MEZ) auf den international völlig unbekannten US-Qualifikanten Mardy Fish. Nicolas Kiefer, der in diesem Jahr für den Daviscup nicht zur Verfügung steht, hat am Samstag gegen den Australier Richard Fromberg seinen ersten Arbeitstag in Florida.
Trotz der zuletzt eher bescheidenen Ergebnisse seiner Daviscup-Kandidaten machte Steeb in Miami unverdrossen weiter in Optimismus. "ATP-Tour und Daviscup sind zwei völlig verschiedene Dinge, das weiß ich aus eigener Erfahrung", meinte der 32-Jährige, der dennoch nicht um seine Aufgabe in Adelaide zu beneiden ist. Am Freitag gab Australiens Teamkapitän John Newcombe sein Aufgebot bekannt, zu dem nach langer Verletzungspause auch wieder der zweimalige US-Open-Sieger Patrick Rafter gehört. Den erwartet Steeb aber allenfalls im Doppel: "Ich bin sicher, dass Lleyton Hewitt und Mark Philippoussis die Einzel spielen."
Für David Prinosil und den nicht sonderlich nervenstarken Rainer Schüttler sind vermutlich beide mindestens eine Nummer zu groß. "Die Art und Weise, wie David und Rainer hier verloren haben, war enttäuschend", musste sogar Daueroptimist Steeb in Key Biscayne zugeben. Wie zuletzt bei seiner peinlichen Daviscup-Vorstellung gegen den Niederländer Sjeng Schalken in Leipzig gab Schüttler auch gegen Byron Black eine 3:1-Führung im zweiten Satz und am Ende das Match durch eine Reihe unerklärlicher leichter Fehler ab. "Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist", gab Schüttler zu, der sich noch am Donnerstagabend auf den Weg zur mentalen und physischen Regeneration nach Naples/Florida machte.
David Prinosil, der zusammen mit Marc Goellner das Doppel in Adelaide spielen wird, scheiterte in Key Biscayne bereits zum vierten Mal hintereinander in der ersten Runde. "Mir fehlt die Matchpraxis, und die kriege ich auf diese Art und Weise natürlich nicht", gab Prinosil nach der Niederlage gegen Ivanisevic zu. Der 27-Jährige, der im Gegensatz zu Schüttler wenigstens über die Fähigkeit zur Selbstkritik verfügt, ist in Key Biscayne zusammen mit dem Schweden Mikael Tillström noch im Doppel vertreten. Auf eine gemeinsame Daviscup-Generalprobe haben Goellner und Prinosil bewusst verzichtet. "Die beiden kennen sich schon so lange, die müssen sich nicht mehr aufeinander einspielen", meinte Steeb.
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