Am Dienstag Nominierung: Steeb: Prinosil für Daviscup-Doppel gesetzt
zuletzt aktualisiert: 23.03.2001 - 11:11Key Biscayne (rpo). Bei der Daviscup-Viertelfinalpartie (6. - 8.April in Heerenveen) gegen die Niederlande werden die beiden Topspieler Thomas Haas und Nicolas Kiefer nicht zusammen das deutsche Doppel bestreiten. Kapitän Carl-Uwe Steeb legte sich bereits jetzt auf David Prinosil (Foto) fest.
"David ist die Bank für das Doppel. Prino ist eine feste Größe, daran gibt es keinen Zweifel", betonte Steeb am Rande des mit 3,4 Millionen Dollar dotierten Masters-Turniers in Key Biscayne. Steebs prinzipielle Meinung ändert auch nicht das misslungene Experiment von Prinosil (Amberg) und Michael Kohlmann (Hagen), die am Donnerstag ihr Auftaktmatch gegen Petr Pala und Pavel Vizner (Tschechien) überraschend mit 4:6, 2:6 verloren. Haas und Kiefer machten es besser: Das Duo erreichte durch ein 6:1, 6:3 gegen Manus Barnard (Südafrika) und Andrew Kratzmann (Australien) überzeugend die zweite Runde.
Die Vorstellung des Verlierer-Duos, das als eine weitere mögliche Variante für den Daviscup-Vergleich vom 6. bis 8. April in Hertogenbosch angedacht worden war, sei "enttäuschend gewesen. Sie sind weit unter ihren Möglichkeiten geblieben", musste Steeb eingestehen. Kiefer/Haas bedachte er mit höchstem Lob: "Sie haben sehr gut gespielt. Ihre Returns und Volleys, das passte gut zusammen."
So empfanden es auch Haas und Kiefer, die nach über 28-monatiger Unterbrechung seit der vorigen Woche auch wieder als Doppel aufschlagen. "Man darf den Erfolg nicht überbewerten, doch wir finden uns immer besser zusammen, nachdem wir hier auch gemeinsam trainiert haben", meinte Kiefer. Ihr Comeback-Match in der vorigen Woche beim Masters in Indian Wells - dubioserweise gegen Prinosil und seinen niederländischen Partner Paul Haarhuis - hatten sie verloren.
Für Steeb stellt sich dennoch nur die Frage, wer derjenige sein wird, der gemeinsam mit Prinosil den Doppel-Punkt gegen die Oranjes verbuchen soll. Da Haas und Kiefer "als Einzelspieler bereits fest für die Mannschaft gebont sind", bleibt nur noch eine personelle Alternative. Denn sollten die Solisten in ihren Einzeln am ersten Spieltag zu viel Kraft lassen, würde der vierte Spieler mit Prinosil das Doppel bestreiten. Zur Diskussion stehen dafür Rainer Schüttler (Bad Homburg), Marc-Kevin Goellner (Bonn), Sven Knippschild (Oberhausen) oder eben Michael Kohlmann.
Seine Entscheidung muss Steeb dem Regelement entsprechend bis zum kommenden Dienstag fällen. "Bis dahin werde ich noch unruhige Nächte durchleben", gestand der zweimalige Daviscup-Gewinner. Doch das stört Steeb nicht im geringsten. "Die Auswahl aus seinen besten Profis treffen zu können, kann man sich als Teamchef doch nur wünschen. Für mich ist das keine Zerreißprobe. Alle wollen unbedingt spielen, solch eine positive Situation hatten wir seit Jahren nicht", frohlockte der ehrgeizige Schwabe.
In den verbleibenden Tagen bis zur Nominierung wird der "Chef" mit seinen Kandidaten ausführliche Gespräche führen. Denn Probleme wolle er keine aufkommen lassen, versprach Steeb. Vielmehr möchte er dadurch die Lösung finden, mit der alle leben können.
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