Fit für Eiskunstlauf-WM: Stefan Lindemann meldet sich zurück
zuletzt aktualisiert: 25.02.2001 - 11:27Hamburg/Mannheim (dpa). Rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt meldet sich Stefan Lindemann zurück. Drei Wochen vor der Eiskunstlauf-WM in Vancouver sicherte sich der Erfurter Junioren-Weltmeister den einzigen deutschen Startplatz. Bei einem Qualifikationswettbewerb in Mannheim ließ der von einer Sprunggelenkverletzung Genesene seine Konkurrenten Andrejs Vlascenko (Füssen) und Silvio Smalun (Oberstdorf) deutlich hinter sich.
"Der Nervendruck war größer als bei der WM, denn jeder wusste, es gibt nur einen Platz", sagte Lindemanns Trainerin Ilona Schindler nach der Kür am Samstag.
Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hatte dem deutschen Meister des Vorjahres mit diesem Wettkampf die Chance geben wollen, beim Saisonhöhepunkt vom 18. - 25. März in Kanada dabei zu sein. Lindemann, der eine Woche zuvor den Heiko-Fischer-Pokal in Stuttgart gewonnen hatte, machte seinem Ruf als DEU-Hoffnungsträger alle Ehre. Als Höhepunkt zeigte der 20-Jährige eine Kombination aus Dreifach- Axel/Dreifach Toeloop im Kurzprogramm, das er ebenso wie die Kür fast Fehler frei lief.
Von seinem Bänderriss, den er sich beim Saisonstart Mitte November zugezogen hatte, war nichts mehr zu merken. "Ich habe lange darauf hingearbeitet um bei der WM fit zu sein", sagte Lindemann, der in Vancouver seinen Vorjahresplatz (14.) verbessern will.
Der deutsche Meister Smalun war in Mannheim völlig außer Form und stand keinen einzigen dreifachen Axel. Vizemeister Vlascenko zeigte wie schon bei der EM in Bratislava Nerven und scheiterte ebenfalls am schwierigen Dreifach-Axel. Der EM-Sechste wird als Ersatz für die WM nominiert.
Statt auf das Nervenbündel Vlascenko setzt die DEU mit Blick auf Olympia in Salt Lake City (Februar 2002) auf den sechs Jahre jüngeren Lindemann. Der nutzte die dreimonatige Wettkampfpause, um an seinem Stil zu arbeiten. Fehlte es dem sprungbegabten Thüringer in den vergangenen Jahren noch am Ausdruck, so zeigte er sich in Mannheim dynamischer und mit mehr Tempo in der Kür. Platz zehn beim Weltchampionat ist sein Saisonziel, denn damit hätte Lindemann für Salt Lake City zwei Startplätze gebucht.
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