"Bin kein Blockierer": Steinbach offen für die Fusion
zuletzt aktualisiert: 09.09.2004 - 16:37Weiskirchen (rpo). Nachdem das Präsidium des Deutschen Sport-Bundes (DSB) die Fusion von DSB und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) forciert hat, zeigt Klaus Steinbach, Präsident des nationalen olympischen Komitees, ebenfalls grundsätzliche Bereitschaft. "Ich bin kein Blockierer", sagte Steinbach am Donnerstag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im saarländischen Weiskirchen.
"Sollte eine Fusion zwischen dem Nationalen Olympischen Komitee und dem Deutschen Sport-Bund (DSB) am Ende die richtige Form für die Konzentration der Kräfte sein, werde ich mich nicht dagegen sperren", so der NOK-Präsident weiter.
Geht es nach Steinbach, könnte die Neuordnung im Bereich des Spitzensports schon im ersten Halbjahr 2005 auf den Weg gebracht werden. "Wir wollen mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking nicht hektisch agieren, aber schon bald klare Strukturen", machte Steinbach deutlich. Am 21. September wird sich der NOK-Vorstand in Frankfurt/Main mit allen Fachverbänden zur Diskussion treffen. Für den 1. Oktober ist ebenfalls in Frankfurt eine NOK-Präsidiumssitzung anberaumt.
Keine Tabus
Steinbach sprach sich nach dem ehe bescheidenen Abschneiden der deutschen Athleten bei Olympia in Athen für "völlig ergebnisoffene Gespräche zum Wohl des Spitzensports" aus. "Wenn wir am Ende der Diskussion die Notwendigkeit zu Veränderungen sehen, werden wir handeln. Auch bei bestehenen Ämtern wird es dann keine Tabus geben", erklärte Steinbach, fügte aber hinzu: "Eine Personaldiskissionn führen wir derzeit nicht."
Als prominente Namen an der Spitze einer möglichen neuen deutschen Sporteinheit ist derzeit Spitzenmanager Jürgen Hubbert im Gespräch, der am 1. Oktober als DaimlerCrysler-Vorstand in den Ruhestand geht.
Mit seiner Haltung hat sich Steinbach damit der Linie des DSB und dessen Präsidenten Manfred von Richthofen deutlich angenähert. Vor allem Ulrich Feldhoff, DSB-Vizepräsident Leistungssport, hatte sich vor der DSB-Präsidiumssitzung am Freitag in Frankfurt für eine Fusion stark gemacht.
Vorerst kein "Gipfeltreffen"
Zu einem "Gipfeltreffen" zwischen Steinbach und von Richthofen wird es allerdings vorerst nicht kommen. An der Sitzung am Freitag wird Steinbach in seiner Eigenschaft als Mitglied des DSB-Präsidiums aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen. Auf ein Gesprächsangebot Steinbachs an von Richthofen gibt es zudem bislang noch keine Antwort.
Steinbach nannte generell "schlankere Strukturen" im deutschen Spitzensport als Ziel. Als gutes Beispiel gehe das NOK-Präsidium voran. "Der Grundsatzbeschluss steht, dass wir unser Präsidium 2005 von 23 auf 12 Mitglieder verkleinern werden", sagte NOK-Generalsekretär Bernhard Schwank. Für 2008 in Peking sieht Steinbach keinesfalls schwarz: "Wenn wir die Veränderungen rechtzeitig hinkriegen, werden wir in Peking eine gute Rolle spielen."
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