Rhein-Ruhr zeigt Begeisterung und Emotionen: Steinbrück: "Wir wollen die Spiele"
zuletzt aktualisiert: 02.04.2003 - 14:37Düsseldorf (rpo). NRW hat den heutigen Mittwoch zum Olympia-Tag erklärt. Mehrere hunderttausend Schüler haben in allen Landesteilen den Endspurt der Olympia-Bewerbung von Düsseldorf Rhein-Ruhr eingeläutet.
Ein ganzes Bundesland zeigt Begeisterung und Emotionen für Olympia: "Glückauf und wir gewinnen" - zehn Tage vor der Entscheidung über die deutsche Bewerberstadt für die Spiele 2012 schwor Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück die Bevölkerung an Rhein und Ruhr auf das gemeinsame Ziel ein. "Elf Millionen sportbegeisterte Menschen bringt niemand auf die Platte", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in der NRW-Bewerbungsmetropole Düsseldorf. "Wir sind gut gewappnet, die Spiele getreu unserem Motto 'So bunt wie die Welt' zu gestalten."
2012 in die Luft gelassene Ballons symbolisierten die Hoffnungen, am 12. April in München den ersten Etappensieg zu erringen: "Wir wollen diese Spiele haben", rief Steinbrück zum Auftakt des "Olympia- Aktionstages" der Bevölkerung zu. Dabei stießen die Organisatoren nach eigenem Bekunden auf eine überwältigende Resonanz: Allein in den Schulen von mehr als 300 nordrhein-westfälischen Kommunen ließen sich demnach mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche vom "Olympia- Fieber" anstecken. Bis zum Ende des Tages spekulierten die Veranstalter mit einer Gesamt-Teilnehmerzahl von bis zu drei Millionen Menschen.
In Mönchengladbach, wo das olympische Hockeyturnier stattfinden soll, initiierten 13 Grundschulen bereits den "Einmarsch der Nationen". Heide Ecker-Rosendahl, Präsidentin des Düsseldorfer Bewerbungskomitees, wähnte sich in der Zeit zurückversetzt. "Ich fühle mich an München erinnert", sagte die Doppel-Olympiasiegerin der Spiele von 1972 angesichts der Begeisterung, die dort herrschte. Zahlreiche frühere Spitzensportler wie Heike Henkel, Wolfgang Kleff, Rudi Altig, Rolf Wolfshohl, Stephan Baeck, Hansi Schmidt oder Hannes Löhr bekundeten ihr persönliches Engagement für Olympia in Nordrhein- Westfalen.
In Bonn formierten sich weit über 1000 Schüler zu den Olympischen Ringen, in den Bädern an Rhein und Ruhr wurden die im Wasser zurückgelegten Kilometer der Gäste mit Ex-Weltmeister Christian Keller an der Spitze zu einem "olympischen Schwimm-Marathon" addiert. Den Startschuss gab schon um 6.00 Uhr morgens Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU). Rund sieben Stunden später hissten Feuerwehrmänner am Rheinturm in Düsseldorf in über 200 Metern Höhe die Flagge mit dem bunten Bewerbungslogo - letzte Hand legte dabei der Skilangläufer Peter Schlickenrieder an.
Einen inoffiziellen "Weltrekord" planten die Düsseldorfer Bewerbungs-Olympioniken am Nachmittag: Am Rheinufer sollten zwischen 5000 und 6000 Menschen mit bunten Papp-Tafeln auf einer Länge von rund 500 Metern das weltweit größte lebende Olympia-Logo bilden: "So bunt wie die Welt - alle sind dabei."
Stadtoberhaupt Erwin zeigte sich schon am Mittag überzeugt, dass dieser Rekord erreicht wird: "Ein sensationelles und tolles Bild. Das ist die Vorfreude auf Olympia, die wir hier alle haben", sagte er beim Anblick der 2012 Luftballons, die kurz nach Zwölf in den Himmel flogen. Und Rudi Altig sprach dem Oberbürgermeister Mut zu: "Man soll die Hoffnung bis zum Tag X nicht aufgeben. Warum sollte Düsseldorf am 12. April nicht gewinnen?"
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