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Broeckx weiter im Koma
Radsport-Weltverband erhöht Sicherheitspersonal bei Rennen

Die schlimmsten Stürze der Tour de France
Die schlimmsten Stürze der Tour de France FOTO: ap, PDJ
Düsseldorf. Stig Broeckx liegt noch immer im Koma. Seit sieben Tagen schon kämpfen die Ärzte in einer Aachener Spezialklinik um das Leben des 26-jährigen Radrennprofis. Bei der 86. Belgien-Rundfahrt war er nach einem Zusammenstoß zweier Motorräder, die das Fahrerfeld begleiteten, gestürzt und mit Hirnblutungen ins Krankenhaus gebracht worden. Von Sebastian Bergmann

Der Unfall hatte die Debatte um die Sicherheit bei Radrennen neu entfacht. Jetzt reagierte der Radsport-Weltverband UCI auf die Ereignisse der vergangenen Monate.

Für den Belgier Broeckx war es bereits der zweite schlimme Rennunfall mit einem Motorrad in diesem Jahr. Im Februar hatte der Teamkollege von André Greipel beim Rennen Kuurne-Brüssel-Kuurne einen Schlüsselbeinbruch erlitten. Der Belgier Antoine Demoitié kam wenige Wochen später beim Rennen Gent-Wevelgem ums Leben, nachdem er von einem Motorrad erfasst wurde. Profis wie Tony Martin appellierten zuletzt vehement an den Dachverband, strengere Richtlinien für Begleitfahrzeuge zu erlassen. Die UCI kündigte nun an, das Aufsichts-Personal, das die Einhaltung der kürzlich neu gefassten Sicherheitsbestimmungen überwachen soll, bei Rennen zu erhöhen. Zudem sollen Verstöße gegen die neuen Regeln sanktioniert werden.

Für Josef Göttlicher vom Radsport-Verband Nordrhein-Westfalen geht es in der Debatte vor allem darum, dass die Fahrer der Begleitfahrzeuge sich auch an bestehende Regelungen halten. "Sie werden vor jedem Rennen von den Organisatoren gebrieft. Aber es gibt immer Menschen, die die Richtlinien befolgen, und welche, die es nicht tun", sagt er. Jeder Fahrer eines Begleitfahrzeugs - egal ob Pkw oder Motorrad - benötige eine Lizenz, um mitfahren zu dürfen. "Und diese Lizenzen werden nicht am Obststand verkauft", sagt Göttlicher. Es müssten extra Lehrgänge besucht werden, um diese zu erhalten. Ein einfacher Führerschein reiche nicht aus. "Auch beim Bund Deutscher Radfahrer gibt es Richtlinien dafür, die bis in die Amateurklassen greifen." Der Präsident des Radsport-Verbands NRW, Toni Kirsch, sagt ergänzend: "Die Sicherheit der Sportler geht natürlich vor." Es müsse deswegen immer geprüft werden, ob die Fahrer der Begleitfahrzeuge die Erlaubnis besitzen, im Feld zu fahren.

UCI-Chef Brian Cookson erklärte, "alles in unserer Macht Stehende" zu tun, "um die Fahrer vor unnötigen Risiken zu bewahren. Wir haben schon zu viele Vorfälle mit Motorrädern erlebt und deshalb klare neue Regeln aufgestellt, wie Fahrzeuge in Rennen gesteuert werden müssen." In Sicherheitsfragen arbeite die UCI eng mit Veranstaltern und Teams zusammen, erklärte der Brite.

Quelle: RP
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