Interview mit Stefan Lindemann: "Stillstand wäre Rückschritt für mich"
zuletzt aktualisiert: 26.03.2004 - 12:38Düsseldorf (rpo). Es ist der größte Erfolg für die deutsche Eiskunstlauf-Szene seit über zwei Jahrzehnten: Stefan Lindemann gewann gestern in Dortmund die Bronzemedaille bei der Eiskunstlauf-WM. Im Interview spricht er über Erfolgsdruck, seine Ziele für die Zukunft und das Gefühl, die Medaille in den Händen zu halten.
Vor Beginn der Weltmeisterschaften wollten Sie in die Nähe der Top-Ten laufen, jetzt hängt eine Bronzemedaille um ihren Hals. Haben Sie bewusst tief gestapelt, eine Medaille überhaupt nicht ins Kalkül gezogen?
Lindemann: "Das Ergebnis ist sensationell, ich habe damit nie gerechnet. Aber das Publikum in der Westfalenhalle hat mich förmlich getragen, ich musste gar nicht soviel tun. Aber ich als ich meine Kür beendet hatte, war ich sicher, dass es für eine Medaille reichen würde."
Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten anderer Läufer haben Sie sich Ihre Konkurrenten genau angeschaut. Hat es Sie nicht belastet, dass Sie nun genau wussten, wie gut man laufen musste, um mitzuhalten?
Lindemann: "Ich habe ganz bewusst hingeschaut, ich wollte mir selbst diesen Druck machen, um vielleicht noch ein bisschen mehr aus mir herauszukitzeln. Das scheint ja auch ganz gut gelungen zu sein."
Was muss passieren, damit Sie in den kommenden Jahren einen solchen Erfolg wiederholen können?
Lindemann: "In der Präsentation habe ich mich verbessert, aber es bleibt noch viel Arbeit zu tun. Bei den Sprüngen will ich neben dem vierfachen Toe-Loop auch den vierfachen Salchow zeigen. Stillstand wäre Rückschritt, denn auch die anderen Läufer trainieren hart und werden gefährliche Konkurrenten bleiben."
Worüber haben Sie sich am meisten gefreut, als Sie die Medaille zum ersten Mal in Händen hielten?
Lindemann: "Dass ich ich im vergangenen Jahr dafür entschieden habe, meine Karriere fortzusetzen. Ich war zwei Jahre lang häufig verletzt, konnte mich sportlich nicht weiter entwickeln und hatte Meinungsverschiedenheiten mit meiner Trainerin. Doch das ist jetzt alles ausgeräumt und ich bin zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt."
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