Versöhnlicher Abschluss für Eva Maria Fitze: Susanne Stadlmüller erneut deutsche Meisterin
zuletzt aktualisiert: 06.01.2001 - 20:11Oberstdorf (dpa). Susanne Stadlmüller und Andrejs Vlascenko werden die Deutsche Eislauf-Union (DEU) höchstwahrscheinlich in zwei Wochen bei den Europameisterschaften in Bratislava vertreten. Die 16 Jahre alte Stuttgarterin verteidigte am Samstag in Oberstdorf ihren nationalen Titel. Der 26 Jahre alte Neu-Münchner liegt nach einer missglückten Kurzkür zwar nur auf Rang zwei hinter dem Oberstdorfer Silvio Smalun, seine fünfte Meisterschaft dürfte er aber am Sonntag in der Kür klarmachen. Nach der Absage von Vorjahreschampion Stefan Lindemann (Erfurt) ist der international erfahrene Vlascenko, der immer noch offiziell für Füssen startet, der hohe Favorit.
Die Preisrichter bestraften den ausdrucksstarken Vlascenko für einen Sturz nach dem dreifachen Axel und andere Unsauberkeiten im Sprungrepertoire. Von einem vierfachen Salchow, den der gebürtige Lette für die Zukunft ankündigte, ist er noch weit entfernt. "Im Moment kann ich meine Trainingsleistungen im Wettkampf nicht umsetzen", sagte der zweimalige EM-Vierte, "warum weiß ich auch nicht."
Susanne Stadlmüller behauptete sich bei einem wahren Sturzfestival mit der noch besten Kür vor der Berlinerin Caroline Gülke, die nach dem Kurzprogramm in Führung lag. Nach einjähriger Abwesenheit wegen einer Bulimie-Erkrankung meldete sich die zweimalige deutsche Meisterin Eva-Maria Fitze (München) mit einem fünften Platz zurück.
Kaum eine Läuferin kam fehlerfrei durch die vier Minuten Kür: Am meisten zitterten die 1 600 Zuschauer mit Eva-Maria Fitze, die allerdings kaum einen Sprung stand. "Ich habe mir selbst gezeigt, dass es noch geht", sagte die 18-Jährige nach ihrer einfühlsamen Kür in einem schwarzen mit rot-silbernen Pailletten bestickten Kleidchen. Rang fünf sicherte sich die Meisterin von 1997 und 1999 nur anhand der guten B-Noten.
Stadtmüller, die in zwei Wochen bei der EM in Bratislava erstmals international dabei sein wird, war mit ihrer Leistung nicht zufrieden: "Der Druck, der heute auf mir lastete, war einfach zu groß. Aber als deutsche Meisterin hat man wohl einen Bonus bei den Preisrichtern."
In Abwesenheit der Favoriten holte das sächsische Nachwuchspaar Claudia Rauschenbach/Robin Szolkowy (Chemnitz/Erfurt) den Meistertitel im Paarlaufen. Zweiter und auch Letzter wurden Brigitte Maier/Rastislav Grejtak (Waldau). Der Grund für den trostlosen Wettbewerb: Der mehrmalige Meister Mirko Müller (Berlin) will in diesem Jahr mit seiner neuen Partnerin Sarah Jentgens noch nicht starten, und die Vorjahreszweiten Mariana Kautz/Norman Jeschke (Berlin) schonen sich nach einer Verletzung für die EM vom 22. bis 27. Januar.
Im Eistanzen stehen die Geschwister Stephanie und Thomas Rauer (Essen) vor ihrem ersten Titel - auch sie profitieren vom Fernbleiben der erkrankten Favoriten Kati Winkler/Rene Lohse (Berlin).
Eiskunstlaufen, Deutsche Meisterschaften in Oberstdorf:
Damen, Endstand nach der Kür: 1. Susanne Stadlmüller (Stuttgart) 2,0 Punkte 2. Caroline Gülke (Berlin) 2,5 3. Andrea Diewald (München) 4,5 4. Zoya Douchine (München) 6,0 5. Eva-Maria Fitze (München) 7,5 6. Katharina Häcker (Mannheim) 9,5 7. Christiane Berger (Mannheim) 10,0 8. Stefanie Dankert (Berlin) 13,5
Paarlauf, Endstand nach der Kür: 1. Claudia Rauschenbach/Robin Szolkowy (Chemnitz/Erfurt) 1,5 Punkte 2. Brigitte Maier/Rastislav Grejtak (Waldau) 3,5
Eistanz, Stand nach dem Originaltanz: 1. Stephanie und Thomas Rauer (Essen) 1,0 Punkte 2. Jill Vernekohl und Dimitri Kurakin (Dortmund) 2,4 3. Natalie Spies und Sebastian Fraas (Amberg) 4,0
Herren, Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Silvio Smalun (Oberstdorf) 0,5 Punkte 2. Andrejs Vlascenko (Füssen) 1,0 3. Michael Hoerrmann (Stuttgart) 1,5 4. Ulf Wilhelm Bökeler (Stuttgart) 2,0 5. David Jäschke (Berlin) 2,5 6. Alexander Wolf (Oberstdorf) 3,0 7. Martin Liebers (Berlin) 3,5 8. Frederik Pauls (Esslingen) 4,0
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