Die olympischen Wettkampfstätten sind fertig: Sydney ist bereit für die Spiele
zuletzt aktualisiert: 27.04.2000 - 11:43Sydney (dpa). Die Olympia-Sportstätten in Sydney sind fertig gestellt. Rund viereinhalb Monate vor den Spielen ist am Donnerstag das Wasserball-Stadion eingeweiht worden. Damit fehlt nur noch die umstrittene Arena für Beach-Volleyball, die aber ohnehin nach Olympia wieder abgerissen werden soll.
Dort steht dem Organisationskomitee (SOCOG) indes noch einiger Ärger ins Haus. Fünf Demonstranten gruben sich am Donnerstag im Sand von Australiens berühmtestem Strand im Stadtteil Bondi ein. Wenn am Montag die Bauarbeiten beginnen sollen, werden Hunderte von Protestlern erwartet.
"Alle Sportstätten sind rechtzeitig fertig geworden und haben nicht mehr gekostet als vorgesehen. Das ist einmalig in der olympischen Geschichte", sagte Olympia-Minister und SOCOG-Präsident Michael Knight bei der Einweihung des Wasserball-Stadions, in dem Vorrundenspiele stattfinden werden. Für Knight war es nach monatelangen Kontroversen und Problemen endlich wieder einmal ein Grund zur Freude. Die neue Schwimmhalle, die in der ursprünglichen Olympia-Bewerbung überhaupt nicht vorgesehen war, hat 25 Millionen australische Dollar (31 Millionen Mark) gekostet.
Ihr Bau war notwendig geworden, nachdem es erstmals auch einen Frauenwettbewerb im Wasserball geben wird. Knight wies darauf hin, dass es damit nun in jedem Mannschaftssport eine Frauen- und Männerkonkurrenz geben wird: "Das hat es bei Olympischen Spielen noch nie gegeben." Großen Anteil daran haben die australischen Wasserballerinnen, die vor drei Jahren auch nicht davor zurückschreckten, den Präsidenten des Weltschwimmverbandes FINA, Mustapha Larfoui, in Badeanzügen am Flughafen zu begrüßen und ihn auf Schritt und Tritt zu verfolgen, um ihr Anliegen durchzusetzen.
Immer noch ungeklärt ist zur Zeit, wie die bisher noch nicht verkauften Eintrittskarten in Australien ans Publikum gebracht werden sollen. Der Plan des SOCOG, die Karten per Telefon nur an Besitzer von Kreditkarten des Olympia-Sponsors VISA zu verkaufen, war auf Widerstand der Verbraucherschutzbehörde gestoßen.
Derzeit verhandelt das SOCOG nach Angaben Knights darüber, die Karten über Bestellformulare in den Zeitungen des US-amerikanischen Verlegers Rupert Murdoch anzubieten. Diesmal hat das SOCOG die Verbraucherschutzbehörde bereits im Voraus eingebunden, um eine weitere Pleite zu vermeiden. Wann genau die fast drei Millionen Karten jetzt auf den Markt kommen, wollte Knight noch nicht verraten.
Was die befürchteten Demonstrationen in Bondi Beach angeht, gab sich Knight gelassen: "Wir sind ein demokratisches Land. Hier kann jeder demonstrieren, wenn er möchte, so lange er sich an die Gesetze hält. Das zu überwachen, ist Sache der Polizei. Ich bin selbst als ich jung war, wegen aller möglichen Sachen auf die Straße gegangen."
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