Eiskunstlauf: Das Ziel heißt Olympia 2002: Tanja Szewczenko denkt nicht ans Aufhören
zuletzt aktualisiert: 24.03.2000 - 15:36Frankfurt/Main (dpa). Tanja Szewczenko hat die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Weltspitze des Eiskunstlaufs noch nicht aufgegeben. Wie bereits vor einem Jahr, blickt die 22-Jährige zwar auf eine enttäuschende Saison zurück. Dennoch denkt die Dortmunderin nicht an das Ende ihrer Laufbahn. "Ich will es mir und allen anderen noch mal beweisen. Ich will zu den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City", sagte Szewczenko bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Freitag.
Im Januar war die wechselhafte Karriere der WM-Dritten von 1994 und EM-Dritten von 1998 wieder auf dem Tiefpunkt angelangt. Hinter der erst 15-jährigen Susanne Stadlmüller und der 16-jährigen Zoya Duschin reichte es bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin nur zum dritten Rang. Die angestrebte EM- und WM-Teilnahme blieb ein frommer Wunsch. So wird Szewczenko in der kommenden Woche vom heimischen Sofa die Eiskunstlauf-WM in Nizza im Fernsehen verfolgen. "Ich schaue mir die Wettkämpfe auf jeden Fall an, obwohl es wehtut, nicht dabei zu sein", betonte die dreifache Deutsche Meisterin.
Auf das Eis kehrt Szewczenko im April zurück. In zehn Städten will sie bei der Deutschland-Tournee "Stars on Ice 2000" ihr Können zeigen. Die Eislauf-Show hat für das "Glamourgirl" nach der verpatzten Saison auch einen sportlichen Wert: "Auf der Tournee kann ich wieder Mut schöpfen und Sicherheit gewinnen. Läuft alles gut, probiere ich den dreifachen Lutz." Ein wenig bange ist der zierlichen Blondine vor dem Wiedersehen mit der deutschen Eislaufelite während der gut zweiwöchigen Tour. "Es hat in der Vergangenheit doch einige Unstimmigkeiten gegeben. Aber es ist Zeit, die Misstöne auszuräumen", meinte Szewczenko, die das Gespräch mit ihren Kollegen suchen will.
Trotz der sportlichen Rückschläge konnte sich Szewczenko über ein mangelndes Interesse an ihrer Person nicht beschweren. Eine Nebenrolle im ARD-Krimi "Polizeiruf 110" und nicht zuletzt ihre Nackt-Fotos im "Playboy" hielten sie im vergangenen Jahr in den Schlagzeilen. Die Kameras wurden aus Sicht der Eiskunstläuferin jedoch immer zur falschen Zeit und am falschen Ort aufgebaut. "Hättet ihr mich doch alle mal beim Wintertraining in Oberstdorf gefilmt. Da war ich in toller Form", sagte Szewczenko.
Sorgen über eine in ihrem Umfeld fehlende Kamera muss sich die gebürtige Düsseldorferin derzeit aber nicht machen. Für die Serie "Geld für Dein Leben" filmt der Privatsender tm3 das Privatleben der Eiskunstläuferin rund um die Uhr. Zehn Mark pro gesendete Sekunde erhält Szewczenko, die nach der Deutschen Meisterschaft von der Deutschen Eislauf-Union (DEU) aus dem Sonder-Kader gestrichen wurde und vom Verband keine finanzielle Unterstützung mehr bekommt.
Den erneuten Anlauf zu erhofften sportlichen Höhenflügen startet Szewczenko, die seit einigen Wochen auf die Zusammenarbeit mit zwei Sportpsychologen baut, mit ihrer Kurzkür aus der vergangenen Saison. Die Musik soll dabei zum Programm werden. "Still got the Blues" von Garry Moore hat sich Szewczenko ausgesucht, was heißen soll: "Ich weiß doch schließlich, dass ich es noch kann".
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