Radsport: Team Coast hält Kurs trotz Gegenwind
zuletzt aktualisiert: 06.06.2001 - 12:07Stuttgart (rpo). Der Essener Profi-Radrennstall Coast hält trotz Gegenwinds Kurs auf große Ziele. "Wir werden in den nächsten ein oder zwei Jahren den Erfolg haben, den wir uns wünschen - vielleicht auch schon früher", sagte Teamchef Wolfram Lindner.
Beflügelt von dem zweiten Platz von Arbilla Aitor Garmendia (Spanien) bei der Deutschland-Tour strebt das Essener Team nach Höherem. "Dazu wollen wir uns verstärken", kündigte Lindner an. Abgesehen von Garmendias überraschendem Podiumsplatz sah Coast bisher wenig Land. Kapitän Alex Zülle hielt bei der Rundfahrt Paris - Nizza die Fahne der erst ein Jahr alten Equipe einzig auf einer Etappe hoch.
Ansonsten strickte Trainer Lindner bislang meist vergeblich an der Erfolgsstory des vom Essener Textil-Kaufmann Günther Dahms gesponserten Rennstalls. "Uns war beiden klar, dass es im ersten Jahr schwierig wird", erklärte der ehemalige Medaillenschmied der DDR- Nationalmannschaft (1970 - 1990).
"Ein großes Handicap ist, dass wir keinen Sprinter haben", meinte Lindner. "Wir haben letztes Jahr aber einfach keinen bekommen." Daher hatte Coast bei der Tour von Hamburg nach Stuttgart mit fünf Massenankünften auf acht Etappen keine Chance. Vor allem mit einer starken Leistung im Einzelzeitfahren schob sich der 33-jährige Garmendia aber zwischen die Telekom-Fahrer Alexander Winokurow (Kasachstan) und Rolf Aldag (Beckum).
Rückschläge erlitt das Team durch die Nichtberücksichtigung für die 88. Auflage der "Großen Schleife" durch Frankreich. "Der Veranstalter steht dort so unter Druck von den Medien und den französischen Mannschaften, dass man als neues Team nicht erwarten kann, von vornherein dabei zu sein", so Lindner. Den Doping-Verdacht gegen den holländischen Fahrer Roland Meier betrachtet der 60-jährige Sachse ebenso nüchtern: "Das würde uns erst belasten, wenn die B- Probe positiv ausfiele."
Nach seiner Gründung stieg das Team Coast gleich in die Eliteliga der Pedaleure auf und ist damit neben dem Team Telekom der einzige deutsche GS-1-Rennstall. Neben drei Schweizern, zwei Spaniern und zwei Dänen war der 28-jährige Dürener Sascha Henrix zuletzt der einzige deutsche Fahrer im Team. Ein besonderes Anliegen ist dem ehemaligen Schweizer Nationalcoach (1993 bis 2000) deshalb die Förderung des deutschen Nachwuchses.
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