Mariano Piccoli gewann 13. Vuelta-Etappe: Telekom ohne Ullrich und ohne Akzente
zuletzt aktualisiert: 09.09.2000 - 18:57Santander (sid). Das Team Deutsche Telekom muss bei der Vuelta weiterhin auf seinen ersten Etappensieg warten. Am Samstag auf dem 13. Teilstück der Spanienrundfahrt von Santander nach Santander konnten die Telekom-Profis nach dem freiwlligen Ausstieg von Jan Ullrich zwei Tage zuvor keinerlei Akzente setzen. Auch Jörg Ludewig aus Steinhagen vom Rennstall Saeco konnte sich an seinem 25. Geburtstag nicht in den Vordergrund fahren.
Dies gelang Mariano Piccoli um so eindrucksvoller. Der 29-Jährige Italiener gewann den Tageabschnitt über 143,3 Kilometer nach 3:15,44 Stunden souverän. Piccoli, der schon 1997 einmal eine Vuelte-Etappe gewann und in diesem Jahr beim Giro d Italia auf der Etappe von Turin nach Mailand triumphieren konnte, kam mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Patrice Halgand und dem Spanier Francisco Cabello ins Ziel. Führender im Gesamtklassement bleibt weiterhin der Spanier Angelo Casero, der im Kampf um das "Goldene Trikot" mit 1:15 Minuten vor seinem Landsmann Roberto Heras und 1:48 vor Gonzales Galdeano liegt.
Nach dem Erholungstag am Freitag starteten die Fahrer mit frischen Kräften. Die Folge war eine unruhige und von zahlreichen Ausreißversuchen geprägte Etappe. Allein auf den ersten fünfzig Kilometern gab es vier Versuche, die vom Peleton jedoch allesamt schon nach kurzer Zeit vereitelt wurden. Einmal hatte auch der Russe Pawel Tonkow sein Glück versucht, der im Gesamtklassement auf Platz sechs aussichtsreich in Lauerstellung liegt.
Attacke nach 44 Kilometern
Die vorentscheidende Attacke gab es nach 44 Kilometern, als sich gleich 17 Fahrer aus dem Hauptfeld lösten. Bis zum Pass Alisas, dem einzigen Anstieg der Etappe nach knapp 100 Kilometern, reduzierte sich diese Spitzengruppe, der zunächst auch Telekom-Profi Kai Hundertmarck angehörte, auf fünf Fahrer.
Der Vorsprung der Italiener Paolo Bossini, Gianni Faresin und Piccoli sowie von Halgand und Cabello auf die Verfolger betrug phasenweise eine Minute. Auf das Hauptfeld hatte das Quintett bis zu rund drei Minuten herausgefahren, im Ziel waren es noch 2:12 Minuten. Sechs Kilometer vor dem Ziel hatte Piccoli die Fünfergruppe mit einem Vorstoß gesprengt, schnell einhundert Meter Abstand gewonnen und den Vorsprung ins Ziel gerettet. Bossoni, der auf der 6. Etappe erfolgreich war, blieb im Sprint diesmal nur der vierte Platz.
Die 14. Etappe führt am Sonntag über 148 km von Santander nach Lagos de Covadonga. Die 55. Spanienrundfahrt endet am 17. September mit einem Einzelzeitfahren über 36 Kilometer in Madrid.
13. Etappe über 143,3 km von Santander nach Santander: 1. Mariano Piccoli (Italien) 3:15,44 Stunden 2. Patrice Halgand (Frankreich) 23 Sekunden zurück 3. Francisco Cabello (Spanien) 4. Paolo Bossoni 5. Gianni Faresin (beide Italien) gleiche Zeit 6. Andrej Zintschenko (Russland) 2:12 7. Victor Hugo Pena (Kolumbien) 8. Biagio Conte (Italien), 2:20 9. Gennadi Michailow (Russland) ... 24. Jörg Ludewig (Steinhagen/Saeco) ... 68. Alexander Winokurow (Kasachstan/Telekom) ... 71. Kai Hundertmarck (Kelsterbach/Telekom) alle gleiche Zeit
Gesamtwertung: 1. Angel Casero 43:35:31 Stunden 2. Roberto Heras 1:15 Minuten zurück 3. Igor Gonzales Galdeano 1:48 4. Santos Gonzales (alle Spanien) 2:44 5. Pawel Tonkow (Russland) 3:21 6. Manuel Beltran (Spanien) gleiche Zeit 7. Wladimir Belli (Italien) 3:35 8. Abraham Olano (Spanien) 3:39 9. Raimondas Rumsas (Litauen) 4:20 10. Jose Luis Rubiera (Spanien) 4:29 ... 20. Winokurow 11:30 ... 51. Klöden 41:48 .... 54. Hundertmarck 46:56 55. Ludewig 47:04 ... 61. Aldag 51:21 ... 103. Lombardi 1:14:32 ... 105. Grabsch 1:15:12 ...114. Kessler 1:19:58 ... 137. Ronellenfitsch 1:33:31
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