64. Auflage der Rad-Fernfahrt "Wallonischer Pfeil": Telekom-Stars bei Casagrande-Sieg chancenlos
zuletzt aktualisiert: 12.04.2000 - 17:02Huy (sid). Die Stars des Teams Telekom haben beim "Wallonischen Pfeil" wenige Sekunden zu spät die Schlussoffensive gestartet und deshalb Francesco Casagrande den Sieg bei der 64. Auflage der Rad-Fernfahrt in Belgien überlassen müssen. Als Nachfolger seines Landsmannes Michele Bartoli triumphierte der Italiener nach 198 Kilometer von Charleroi auf dem mörderischen Schlussanstieg in Huy nach 4:52:44 Stunden mit acht Sekunden Vorsprung vor dem Belgier Rik Verbrugghe und Laurent Jalabert aus Frankreich.
"Ich war im Finale etwas müde. Vorher hatte ich mich extra für den Schlusssprint schonen wollen. Vielleicht habe ich etwas zu lange gewartet", sagte Jalabert. Der Weltranglistenerste hatte das Rennen bereits 1997 gewonnen und wurde als Favorit gehandelt.
Die bei zunächst kühlem und regnerischen Wetter gut in Fahrt gekommene Telekom-Crew hatte am Ende nichs mehr mit dem Rennausgang zu tun und konnte keinen Akteur unter den "Top 10" platzieren. Auf den letzten zehn Kilometern hatte ein Trio mit Casagrande, Verbrugghe und Axel Merckx (Belgien) den Ton angegeben und war dabei von den Verfolgern im Hauptfeld etwas unterschätzt worden.
Diesen Fehler machten auch die "Telekoms", die damit die deutsche Bilanz nicht verbessern konnten. Als einziger deutscher Fahrer hatte der Bad Schussenrieder Rolf Gölz 1988 den Halbklassiker an der Mur de Huy in der Provinz Lüttich gewonnen.
Bereits 60 Kilometer vor dem Ziel war das Rennen für Telekom-Youngster Andreas Klöden (Berlin) beendet. Der Sieger von Paris-Nizza und der Baskenland-Rundfahrt stieg nach einem Sturz auf Anraten des Mannschaftsarztes vorsichtshalber aus.
Über 176 Kilometer hatte ein Ausreißerduo mit Englands früherem Stundenweltrekordler Chris Boardman und dem Litauer Raimondas Rumsas das Rennen dominiert. Beide fuhren ab Kilometer zwölf bis zu zwölf Minuten Vorsprung heraus, der jedoch rund 60 Kilometer vor dem Ziel kontinuierlich zu schmilzen begann.
Die Gala-Vorstellung von Boardman und Rumsas endete nach rund 186 Kilometern. Die auf den letzten 25 Kilometer dem Peloton enteilten Merckx und Verbrugghe stellten die Flüchtlinge und erhielten dann noch Begleitung vo Casagrande.
Für Jaksche, Keßler, Bölts, Winokurow sowie ihre Teamkollegen Jens Heppner und Alberto Elli war der "Fleche Wallone" die Generalprobe für den Frühjahrs-Klassiker "Lüttich-Bastogne-Lüttich" am kommenden Sonntag. Beim vierten Weltcuprennen der Saison wird auch der im Gesamtklassement führende Telekom-Kapitän Erik Zabel wieder am Start sein.
Radsport, 64. Fernfahrt "Wallonischer Pfeil" über 198 km von Charleroi nach Huy:
1. Francesco Casgarande (Italien) 4:52:44 Stunden, 2. Rik Verbrugghe (Belgien) 0:08 Minuten zurück, 3. Laurent Jalabert (Frankreich), 4. Davide Rebellin (Italien), 5. Mario Aerts (Belgien), 6. Peter Farazijn (Belgien)
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