Zwei-Satz-Niederlage gegen Jelena Dokic: Tennis: Barbara Rittner in Leipzig ausgeschieden
zuletzt aktualisiert: 02.11.2000 - 21:18Leipzig/Stuttgart (dpa). Eine krasse Fehlentscheidung hat Barbara Rittner als letzte deutsche Tennisspielerin beim WTA-Turnier in Leipzig auf die Verlierer-Straße gebracht. Trotz guter spielerischer Leistung verlor die Düsseldorferin im Achtelfinale gegen die Australierin Jelena Dokic 6:7 (6:8), 2:6 und verabschiedete sich wütend in die Winterpause.
"Der Tiebreak hat mir den entscheidenden Knacks gegeben", sagte Rittner nach dem Match, in dem sie mit der in der Weltrangliste 77 Ränge vor ihr an Position 28 liegenden Australierin lange mithalten konnte.
Im Tiebreak des ersten Satzes wehrte Rittner beim Stand von 3:6 zunächst drei Satzbälle ab. Danach sah Schiedsrichter Knut Graebner einen klaren Linienball Rittners im Aus und ermöglichte damit der erst 17-jährigen Dokic die Chance zum vierten Satzball, den diese auch nutzte.
"Ausgerechnet bei so einem wichtigen Punkt bin ich verschiedst worden. Ich habe zwar versucht, die Sache abzuhaken, aber irgendwie gibt man dann immer ein paar Prozent weniger, während der Gegner mit dem Satz im Rücken immer sicherer wird", sagte Rittner.
"Barbara hat stark aufgeschlagen, viel Druck gemacht und wenig Fehler produziert. Eigentlich war heute alles in Ordnung", lobte auch ihr neuer Trainer Lars Wahlgreen. Der zweite Satz und damit das Match ging aber dennoch nach einem frühen Break der immer präziser spielenden Dokic schnell verloren.
Barbara Rittner, die bereits 1990 bei der Premiere des größten Tennis-Turnieres in den neuen Bundesländern dabei war und diesmal über eine Wildcard in das Hauptfeld gelangte, versuchte, mit dem nötigen Abstand den Ärger zu verdrängen: "Jetzt fliege ich schnell nach Hause. Dann habe ich mehr Zeit für meinen Umzug."
Rittner zieht "gemeinsam mit Mann und Hund" von Leverkusen in ihr neues Haus im Bergischen Land. Ende November will sie sich bei drei Turnieren in Australien auf die neue Saison vorbereiten. Nach überstandener Fußoperation fühlt sie sich endlich schmerzfrei, ist "guter Dinge" und will bis zum Spätsommer nächsten Jahres von Position 105 in die Top 50 der Weltrangliste zurückkehren.
Auch Arantxa Sanchez-Vicario ausgeschieden
Mit der an Nummer zwei gesetzten Spanierin Arantxa Sanchez-Vicario haben die Organisatoren zudem eine weitere Attraktion verloren: Sie unterlag Kim Clijsters (Belgien) mit 7:5, 6:1.
Zum noch recht großen Kreis der Anwärter auf den Turniersieg zählen auch Barbara Schett (Österreich) und Magdalena Malejewa (Bulgarien). Im Topspiel des Abends setzte sich die Belgierin Clijsters gegen die routinierte Sanchez-Vicario durch. Die 17-Jährige ließ sich auch von einem 3:5- Rückstand im ersten Satz nicht beeindrucken und setzte mit platziertem Grundlinienspiel die Spanierin unter Druck. Im zweiten Durchgang war Clijsters dann die dominierende Spielerin und verwandelte nach 69 Minuten den ersten Matchball.
Die 24-jährige Barbara Schett ließ der drei Jahre jüngeren Tschechin Denisa Chladkova beim 6:3, 6:2 keine Chance. In dieser Verfassung ist sie auch im Viertelfinale am Freitag gegen die Titelverteidigerin Nathalie Tauziat (Frankreich) einiges zuzutrauen. Überzeugend war die Vorstellung von Magdalena Malejewa. Mit dem 6:4, 6:0 gegen die in Berlin lebende Tschechin Kveta Hrdlickova schaltete sie immerhin die vorjährige Finalistin von Leipzig aus. Die 25- jährige Bulgarin, die durch Verletzungen fast zwei Jahre völlig pausieren musste (1998 und 1999), nähert sich wieder ihrer Bestform. In dieser Verfassung kann sie auch im Viertelfinale der Russin Anna Kurnikowa das Leben schwer machen.
Als erste Tennisspielerin hat Jelena Lichowtsewa das Halbfinale erreicht. Im Viertelfinale gewann die an Nummer sieben gesetzte Moskauerin das russische Duell gegen die Olympiazweite Jelena Dementijewa mit 6:3 und 6:0.
>>> Ergebnisse der Damen
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











