Die 19-Jährige gibt eine gute Figur ab: Tennis: Daniela Hantuchova, die neue Kurnikowa?
zuletzt aktualisiert: 03.07.2002 - 16:10London (rpo). Beim Turnier in Hamburg, Anfang Mai, gab Daniela Hantuchova eine gute Figur ab. Gemeinsam mit Models des Hauptsponsors präsentierte die 19-Jährige Frühjahr- und Sommermode. Doch eigentlich spielt die Slowakin, die in Poprad geboren wurde und in der Hauptstadt Bratislava lebt, Tennis.
22 Monate auf der Tour benötigte sie, um ihr erstes Turnier bei den Profis zu gewinnen. Ihr "Opfer" am 16. März in Indian Wells war Martina Hingis (Schweiz), die sie im Finale nicht nur besiegte, sondern vorführte.
"Wenn ich da draußen auf dem Platz bin, bewege ich mich wie auf einem Laufsteg", meint die Rechtshänderin. Ihre Großmutter, einst eine der besten Spielerinnen des Landes, vermittelte ihr das technische Rüstzeug. Seit einem Jahr arbeitet Daniela, die in der Akademie des Tennis-Schleifers Nick Bollettieri getrimmt wurde, mit dem Briten Nigel Spears zusammen. Er soll die Plattform für den Aufstieg zum Superstar bauen - gemeinsam mit der International Management Group (IMG). Die betreut Daniela Hantuchova schon seit Jahren. Als bei der damals Zwölfjährigen die ersten Vermarktungsangebote eintrafen, legten Mutter Marianna (Toxikologin, jetzt Hausfrau) und Vater Igor, Professor für Informatik, die finanzielle Zukunft ihrer Tochter in die Hände von IMG.
Dass ihre - überwiegend männliche - Fangemeinde von Tag zu Tag wächst, freut sie, weil es "auch ein Zeichen wachsender Erfolge ist". Dass ihr Körper in vielen Unterhaltungen ein, vielleicht auch das Thema ist, lässt Hantuchova - jedenfalls offiziell - kalt. "Das gehört dazu. Aber ich bin froh, dass ich in den letzten Monaten gezeigt habe, dass sie auch über mein Tennis reden können. Ich konzentriere mich jedenfalls nur auf den Sport", sagt die Viel-Arbeiterin, die Klavier spielt, Rom als ihre Lieblingsstadt bezeichnet und ihren Klubkameraden und Tennis-Olympiasieger von 1988, Miloslav Mecir, bewundert. Als eine der wenigen auf der Tour spielt sie sowohl Einzel, Doppel als auch Mixed - und in allen drei Disziplinen erfolgreich. Mit dem Tschechen Leos Friedl gewann sie im Vorjahr Wimbledon, mit Kevin Ullyett (Zimbabwe) in diesem Jahr die Australian Open.
Der Vergleich mit Anna Kurnikowa kommt fast zwangsläufig. Die Russin, gleichschwer, acht Zentimeter kleiner und zwei Jahre älter, wartet zwar nach 107 Anläufen noch auf ihren ersten Turniersieg im Einzel, kassiert aber nach Venus Williams (USA) am kräftigsten ab. Seit sie 1995 Profi wurde, hat die Moskauerin 3,3 Millionen Dollar an Preisgeldern gewonnen. Knapp ein Viertel dessen, was die Nr. 53 der Weltrangliste durch Werbung einnimmt - im Jahr!
Davon ist Daniela Hantuchova noch weit entfernt: "Es gab schon die eine oder andere Anfrage. Doch der Brüller war noch nicht dabei. Aber um diese Sachen kümmern sich meine Agenten und Manager." Sie konzentriert sich auf ihr Tennisspiel. Und wenn sie dabei noch eine gute Figur abgibt - um so schöner . . .
Von Eckhard Czekalla
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