Angst nur vor "innerem Schweinehund": Tennis: Deutsche Fedcup-Damen wollen ins Finale
zuletzt aktualisiert: 18.07.2001 - 14:18Hamburg (rpo). Form okay, Stimmung prächtig - nur das Wetter könnte besser sein: Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft der Damen trainiert in Hamburg und kämpft vor dem Duell am Samstag und Sonntag gegen Argentinien vor allem gegen den "inneren Schweinehund" an.
Der könnte Anke Huber und Co. nämlich dazu verleiten, die Fedcup-Aufgabe gegen die weithin unbekannten Südamerikanerinnen auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wir sollten natürlich gewinnen", sagt Anke Huber, "aber einfach wird es ganz sicher nicht."
Kapitän Markus Schur bremst jeglichen Überschwang, und offenbar macht es ihm selbst die Jüngste im Team leicht. "Wir sind alle professionell genug und werden den Gegner nicht unterschätzen", sagt Bianka Lamade. Die 18-Jährige aus Pforzheim darf sich Hoffnungen auf einen Platz als Einzelspielerin machen - so wie Barbara Rittner und Andrea Glass allerdings auch. Denn nach dem Training am Mittwoch stand nur eines fest: Anke Huber ist als Nummer eins im Einzel gesetzt und wird im Doppel an der Seite von Barbara Rittner spielen.
Große Fragezeichen stehen hinter dem Gegner, der in bislang vier Vergleichen stets als Verlierer vom Platz ging. Paola Suarez, die vor allem im Doppel als Nummer vier der Weltrangliste eine Größe ist, kennen alle. Aber dann? Die Youngster Maria Salerni, Clarisa Fernandez und Doppel-Expertin Laura Montalvo sind ein Buch mit sieben Siegeln. "Sie sind in der Jugend äußerst erfolgreich gewesen", warnt Schur. Nicht ohne Grund, denn auch auf der WTA-Tour haben sie schon für einige Aufmerksamkeit gesorgt.
Besondere Aufmerksamkeit brauchen auch die Tennis-Freunde, wenn sie im Regel-Wirrwarr des Fedcups den Überblick behalten wollen. Neues Spiel, neues Glück, neuer Modus. Nach diesem Motto verfuhren die hohen Herren des Weltverbandes ITF bislang - und schufen in diesem Jahr wieder ein neues System. "Der Daviscup ist so erfolgreich, weil er Tradition hat", sagt Schur. "Dem Fedcup fehlt das. Er leidet darunter, dass die Regeln jedes Jahr geändert werden."
In der 16 Teams starken Weltgruppe gingen in Runde eins nur acht Mannschaften an den Start. Weiter kamen Argentinien, das nun gegen Deutschland um den Einzug in die Finalrunde kämpft, sowie Italien (gegen Frankreich), die Slowakei (Russland) und die Schweiz (Australien). Das Achterfeld der finalen Runde im November in Spanien komplettieren die gesetzten USA als Titelverteidiger, Spanien, Belgien und Tschechien.
Das Erreichen der Finalrunde ist für die deutschen Spielerinnen Pflicht. Vier Mal standen sich beide Teams gegenüber und jedes Mal hieß der Sieger Deutschland. Zuletzt gab es in Atlanta 1990 einen 2:1-Erfolg. Eine der Spielerinnen von Hamburg war vor elf Jahren schon mit von der Partie: Die damals 15-jährige Anke Huber. Sie spielte gegen Bettina Fulco und gewann mit 6:1, 6:2. Makellos soll die Bilanz auch nach den je zwei Einzeln am Samstag und Sonntag (Beginn 11.00 Uhr) sowie dem abschließenden Doppel sein. "Aber", so Anke Huber: "Zu sicher dürfen wir uns nicht fühlen."
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