Wenige Zuschauer beim Stuttgarter Tennis-Masters: Tennis: Fans zeigen den besten Spielern die kalte Schulter
zuletzt aktualisiert: 17.10.2001 - 12:22Stuttgart (rpo). In Stuttgart bleiben die Zuschauerränge leer. An der Besetzung kann es nicht liegen. Die besten Tennisspieler der Welt wie Andre Agassi und Gustavo Kuerten machen Station beim ATP-Turnier, doch kaum jemand will sie sehen.
Kaum mehr als 1.000 bis 1.500 Zuschauer verloren sich an den beiden ersten Tagen des Stuttgarter Masters im weiten Rund der Schleyer-Halle, die insgesamt 7.500 Menschen Platz bietet. Mit verschiedenen Aktionen sollten die Fans in die Halle gelockt werden, doch die zeigen die kalte Schulter.
"Die Leute leiden unter der Becker-Graf-Krankheit, und wir haben alle versäumt, sie davon zu überzeugen, dass es einen zweiten Boris nicht mehr gibt", sagt Ion Tiriac enttäuscht. Einmal mehr droht der Tennis-Mogul vom Balkan den Schwaben mit dem Entzug des Turniers. Hongkong, Schanghai und neuerdings auch Barcelona lecken sich die Finger nach der Veranstaltung.
Aber nicht nur das mangelnde Zuschauer-Interesse macht den Veranstaltern zu schaffen, auch der Konkurs der Schweizer Vermarktungs-Agentur ISL bereitet große Probleme. "In diesem Jahr retten wir uns durch Ausfallbürgschaften über die Runden, aber für das kommende Jahr brauchen wir wieder einen Titelsponsor", fordert Turnierdirektor Markus Günthardt.
Die Suche nach einem solchen dürfte sich allerdings in den nächsten Wochen und Monaten ziemlich schwierig gestalten, denn Tiriacs Drohung, den Standort Stuttgart zu verlassen, zeigt bei den ortsansässigen Unternehmen Wirkung. Kaum einer der Wirtschaftsbosse will Geld für das Turnier locker machen, schließlich wäre das bei einem Umzug schon im kommenden Jahr eine glatte Fehlinvestition. Zwar steht der Termin für das Jahr 2002 in Stuttgart fest (14. bis 20. Oktober), doch der Vertrag kann kurzfristig gekündigt werden.
Der Ausfall der ISL-Partner ist auch bei der Bandenwerbung zu sehen. Zwei rumänische Unternehmen von Ion Tiriac werden häufig TV-gerecht ins Bild gesetzt. Dabei dürfte das Turnier kaum in die Heimat des allmächtigen Tennis-Gurus übertragen werden. Gabriel Trifu, Nummer 290 der Weltrangliste und einziger rumänischer Teilnehmer, verabschiedete sich bereits in der Qualifikation.
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