Schweizerin mit Zwei-Satz-Sieg über Hantuchova: Tennis: Hingis und Venus Williams im Halbfinale von Hamburg
zuletzt aktualisiert: 03.05.2002 - 20:41Hamburg (rpo). Die Schweizerin Martina Hingis und die US-Amerikanerin Venus Williams haben beim mit 585.000 Dollar dotierten WTA-Tennisturnier in Hamburg das Halbfinale erreicht.
Am ersten Tag ohne deutsche Beteiligung sind die Turnier-Favoritinnen ins Halbfinale eingezogen. Titelverteidigerin Venus Williams (USA) setzte sich trotz einer Fußblessur mit 3:6, 6:4, 6:1 gegen die dreimalige Hamburg-Siegerin Arantxa Sanchez-Vicario (Spanien) durch und trifft nun auf Martina Hingis (Schweiz), die mit 7:5, 6:4 gegen Daniela Hantuchova aus der Slowakei erfolgreich war.
Die an Nummer 2 gesetzte Belgierin Kim Clijsters bestreitet nach ihrem 6:4, 6:2-Sieg gegen Barbara Schett (Österreich) das zweite Semifinale gegen Jelena Dokic (Jugoslawien), die ihre Landsmännin Justine Henin mit 7:6 (7:3), 7:6 (7:3) bezwang.
Am meisten bedauerten die Zuschauer in Hamburg das Ausscheiden von Arantxa Sanchez-Vicario. Die Spanierin, die für ihr insgesamt 52. Match am Rothenbaum mit einem Blumenstrauß geehrt wurde, ist Dauergast in Hamburg und Publikumsliebling. "Ich spiele hier immer mein bestes Tennis, deshalb fühle ich mich ein bisschen wie zu Hause", sagte die 30-Jährige, die zum 15. Mal am Rothenbaum aufschlug. Für ihr engagiertes Spiel gegen die Weltranglisten-Erste wurde sie von den Zuschauern gefeiert.
Doch als sich Venus Williams wegen Beschwerden im linken Fuß beim Stand von 1:4 im ersten Satz behandeln lassen musste und sich trotz einer leichten Entzündung im Bereich der Achillessehne ins Spiel zurückkämpfte, flogen auch der Amerikanerin die Sympathien zu. Mit getaptem Knöchel und zusammen gebissenen Zähnen brachte sie das Drei-Satz-Match zu Ende ohne einen Gedanken ans Aufgeben zu verschwenden. "Ich wollte dort draußen bleiben, also habe ich mich gezwungen", sagte die Turnier-Favoritin.
Martina Hingis brauchte gegen Daniela Hantuchova 1:43 Stunden und damit mehr als doppelt so lange wie bei ihrem Auftaktsieg gegen Cristina Torrens Valero. "Hantuchova spielt auf einem ganz anderen Niveau. Sie kann fast alles, und man weiß nie, was man zu erwarten hat", sagte die Schweizerin in Anspielung auf das verlorene Finale von Indian Wells.
Mit der Vergangenheit will sich Hingis aber nicht so sehr befassen wie mit neuen Zielen. Im Duell mit Venus Williams trifft die Weltranglisten-Vierte auf das Maß der Dinge im Damen-Tennis. Wie Williams konnte Hingis das Turnier in Hamburg zwei Mal gewinnen. In 10 von 18 Vergleichen hatte sie gegen die Amerikanerin das bessere Ende für sich. "Es ist immer gut, gegen die Nummer 1 zu spielen. Da weiß man, wo man steht", erklärte Hingis, die die Führung in der Weltrangliste insgesamt 209 Wochen und zuletzt vor ihrer Knöchelverletzung im Oktober des vergangenen Jahres innehatte. Den Glauben an eine Rückkehr auf die Spitzenposition hat die 21-Jährige nicht verloren: "Wenn man nicht an sich glaubt und die Chance nicht sieht, sollte man lieber aufhören."
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