Bianka Lamade sorgt für deutschen Turniersieg: Tennis: Johansson entzaubert Santoro im Finale von Halle
zuletzt aktualisiert: 17.06.2001 - 19:05Halle/Westfalen (rpo). Die erst 18-jährige Pforzheimerin Bianka Lamade hat das WTA-Turnier in Taschkent gewonnen. Thomas Johansson war beim Tennis-Turnier in Halle nicht stoppen. Und in Queens triumphierte Lleyton Hewitt über Lokalmatador Tim Henman.
Bianka Lamade hat dem kränkelnden deutschen Damentennis vorübergehend wieder ein wenig Leben eingehaucht. Die 18-jährige gebürtige Pforzheimerin, die seit Jahren in Straßburg lebt und mit Coach Hubert Chodury trainiert, gewann das WTA-Turnier in Taschkent durch ein 6:3, 2:6, 6:2-Finalsieg gegen die Niederländerin Seda Noorlander. Es war der erste Turniersieg der an Nummer sechs gesetzten Bianka Lamade, die erst seit Januar 2000 Profi ist. Taschkent ist für deutsche Tennisspieler offenbar ein gutes Pflaster, denn 1999 gewann Nicolas Kiefer den Titel in der usbekischen Hauptstadt.
Im gleichen Jahr hatte der Daviscupspieler aus Niedersachsen auch das Turnier im ostwestfälischen Halle gewonnen, bei dem dieses Mal der Schwede Thomas Johansson den Siegerscheck über 137.000 Dollar in Empfang nahm. Der an Nummer sieben gesetzte Skandinavier besiegte im Finale des einzigen deutschen Rasenturniers den trickreichen kleinen Franzosen Fabrice Santoro mit 6:3, 6:7 (4:7), 6:2 und feierte damit den fünften Turniersieg seiner Karriere.
Lars Burgsmüller hatte als einziger von sechs gestarteten Deutschen das Viertelfinale in Halle erreicht, wo im letzten Jahr David Prinosil den Titel gewann. Die deutschen Turnierdirektoren hatten angesichts der Tennis-Stimmungskrise im einstigen "Becker-Graf-Stich-Land" die Woche in der ostwestfälischen Provinz zu einem Arbeitstreffen genutzt. Gedanken über eine gemeinsame Werbung und eventuell eine eigene deutsche Serie wurden dabei ausgetauscht.
In Halle war das deutsche Daviscup-Team zwar komplett vertreten, das Auftreten war aber äußerst unterschiedlich. Während sich Tommy Haas bei seinem Aus nach einer lustlos wirkenden Vorstellung in der zweiten Runde Pfiffe gefallen lassen musste, erntete der "neue" Nicolas Kiefer trotz seiner Achtelfinal-Niederlage Beifall für seine emotionale Vorstellung. "Vielleicht kann ich ja in Wimbledon für eine Überraschung sorgen", sagte der 24-Jährige.
Auch der achte Wimbledon-Titel von "Rasen-Gott" Pete Sampras wäre in diesem Jahr eine Überraschung. Im Londoner Queen's Club scheiterte der 29-jährige Amerikaner im Halbfinale mit 6:3, 3:6, 2:6 an dem neun Jahre jüngeren australischen Titelverteidiger Lleyton Hewitt, der im Finale Lokalmatador Tim Henman mit 7:6 (7:3), 7:6 (7:3) bezwang.
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