Russin machte 25 Doppelfehler gegen Anne Kremer: Tennis: Kurnikowa in Filderstadt schon raus
zuletzt aktualisiert: 10.10.2001 - 18:02Filderstadt (rpo). Anna Kurnikowa ist bereits in der ersten Runde des mit 565.000 Dollar dotierten WTA-Turnieres in Filderstadt ausgeschieden. Martina Hingis kam mit Mühe eine Runde weiter.
Das Glamourgirl ging glanzlos unter, die Titelverteidigerin hielt sich nur mit Mühe über Wasser. Während Kurnikowa bereits in der ersten Runde die Segel streichen musste, zog Vorjahressiegerin Martin Hingis (Schweiz) nach schwachem Beginn in das Achtelfinale ein. Die Weltranglistenerste bezwang am Mittwoch die Bulgarin Magdalena Malejewa mit 0:6, 6:4, 6:2. Kurnikowa hatte zuvor gegen die Qualifikantin Anne Kremer (Luxemburg) mit 6:4, 2:6, 5:7 verloren.
Mit einem deprimierenden Fehlstart begann die 21-jährige Hingis die Jagd auf den für die Turniersiegerin ausgelobten Sportwagen. Chancenlos gab sie den ersten Durchgang ohne Spielgewinn gegen eine stark aufspielende Malejewa ab, die vor einer Woche die Karlsdorferin Anke Huber aus dem Rennen beim WTA-Turnier in Moskau geworfen hatte. "Den ersten Satz habe ich so sang- und klanglos verloren, weil mir die Umstellung vom langsameren Belag draußen auf den schnelleren Hallenboden schwer gefallen ist. Ich habe nicht mehr gewusst, wie ich die Punkte holen sollte", sagte Hingis. Die vierfache Filderstadt-Gewinnerin aus der Schweiz fing sich aber schon im zweiten Satz.
Der Sieg garantiert ihr auch weiterhin den Primus-Platz in der Weltrangliste. Bei einem früheren Ausscheiden als ihre ärgste Widersacherin Jennifer Capriati, die gegen die Holländerin Miriam Oremans antreten muss, würde die Australian- und French-Open- Siegerin aus den USA die Spitzenposition übernehmen.
Derweil konnte Kurnikowa nicht an die Leistung vom Doppelerfolg beim Turnier in ihrer Geburtsstadt Moskau anschließen. Die blonde Russin leistete sich 25 Doppelfehler und brachte sich damit selber auf die Verliererspur. Das Aufschlag-Debakel zeichnete sich bereits im ersten Spiel ab. Gleich sieben Fahrkarten schlug die 20-Jährige in Folge. "Ich hab mich auf meine Bewegungsabläufe sehr konzentriert und auf mein Grundlinienspiel, dafür hat es dann beim Service gehapert", erklärte Kurnikowa.
Aber auch Kremer, die am Donnerstag auf die Weltranglistendritte Lindsay Davenport aus den USA trifft, mühte sich mit ihren Spieleröffnungen. Dementsprechend verbuchten beide Akteurinnen zusammen 19 Aufschlagverluste.
"Manchmal läuft es gut und manchmal schlecht, wenn sich die Beine plötzlich müde anfühlen", meinte Kurnikowa, die weiterhin auf einen Einzel-Turniersieg im WTA-Zirkus wartet. Dank einiger druckvoller Rückhandschläge brachte sie die kampfstarke und lauffreudige Kremer phasenweise zwar in die Bredouille. Mit zunehmender Spielzeit aber wirkte Kurnikowa nach ihrer langen Verletzungspause müde und unkonzentriert. "Ich hab schließlich acht Monate nicht konstant trainieren können", begründete sie den Einbruch. Und obwohl ihre Verletzung - Ermüdungsbruch im Fuß - jederzeit wiederkehren könne, versprach Kurnikowa: "Ich komme wieder dahin, wo ich war."
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