Rittner schließt Frieden mit Teamchef Schur: Tennis: Mit Huber und Glass gegen Fedcup-Absturz
zuletzt aktualisiert: 26.04.2000 - 16:15Bari (dpa). Noch bevor der erste Ball beim reformierten Fedcup in Bari am Donnerstagmorgen über das Netz fliegt, hat die deutsche Equipe für eine Überraschung gesorgt. Neben Top-Spielerin Anke Huber tauchte auch die deutsche Nummer zwei Barbara Rittner auf der Nominierungsliste von Teamchef Markus Schur auf. Die Leverkusenerin, die nie wieder im Fedcup unter "Intimfeind" Schur antreten wollte, steht auf der roten Asche von Bari neben Anke Huber, Marlene Weingärtner und Andrea Glass zur Verfügung, um den Absturz der deutschen Tennis-Damen aus der Weltgruppe zu verhindern.
Und nur das kann angesichts der übermächtigen Spanierinnen mit den beiden Top-Ten-Spielerinnen Conchita Martinez (8.) und Arantxa Sanchez Vicario (10.) das Ziel der DTB-Truppe sein. "Spanien ist sicher Favorit", meint auch Teamchef Schur. Nur die Sieger der drei Vierergruppen ziehen ins Fedcup-Finale vom 20. bis 26. November in den USA ein, für das die gastgebenden Titelverteidiger gesetzt sind. Die Gruppenletzten müssen in die Relegationsrunde, in der im Herbst der Abstieg aus der Weltgruppe ausgespielt wird.
Für den DTB kann es unter der heißen Sonne im süditalienischen Bari nur darum gehen, einen der Plätze jenseits von Gut und Böse zu erreichen: Platz zwei oder drei. "Wir haben gute Chancen oben mitzuspielen. Abgesehen von den Spanierinnen sind alle Teams recht ausgeglichen", sagt Schur.
Ein Auftaktsieg gegen Kroatien mit Silvija Talaja, Jelena Kostanic und Iva Majoli am Donnerstagmorgen wäre der Wunschstart für die Deutschen. Anke Huber und Andrea Glass werden die Einzel bestreiten; Huber/Rittner das Doppel. "Ein Auftaktsieg gegen Kroatien wäre unser Traum", meinte DTB-Geschäftsführer und Chef de Mission Christian Thiemann. "Dann könnten wie in Ruhe weiter spielen." Das vermutlich entscheidende Abschlussspiel am Sonntagnachmittag gegen Gastgeber Italien mit den Top-Spielerinnen Silvia Farina und Rita Grande könnte dann weitaus gelassener angegangen werden, da ein Sieg gegen Spanien am Freitagabend höchst unwahrscheinlich erscheint.
Wie die psychische Verfassung von Rückkehrerin Barbara Rittner aussehen wird, wenn Schur auf der Bank sitzt, bleibt abzuwarten. Wiederholt hatte die Leverkusenerin Schurs fachliche und menschliche Qualitäten öffentlich in Zweifel gezogen. Alle Versöhnungsgespräche waren bislang gescheitert. Umso erstaunlicher, dass sie nun das Kriegsbeil in ihrer Privat-Fede mit Schur begraben hat. Dem Deutschen Tennis Bund (DTB) kann Rittners Fedcup-Comeback nach längerer Abstinenz nur recht sein. Schließlich geht es in Italien darum, den DTB im Welttennis erstklassig zu halten.
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