Sampras wieder auf Rekordjagd: Tennis: Neue Gegner für Haas und Burgsmüller in Wimbledon
zuletzt aktualisiert: 22.06.2001 - 15:15London (rpo). Tommy Haas und Lars Burgsmüller müssen drei Tage vor Beginn des Rasen-Turniers in Wimbledon (25. Juni bis 8. Juli) umplanen. Die beiden deutschen Tennisprofis wurden am Freitag ebenso wie die Organisatoren der bedeutenden Grand-Slam-Veranstaltung von zwei weiteren Absagen überrascht.
Der Hamburger Haas muss nun nicht gegen den verletzten Slowaken Karol Kucera, gegen den er bislang immer verloren hat, auf den Platz, sondern gegen Wayne Black. Eine weitaus lösbarere Aufgabe, denn der 27-Jährige aus Simbabwe hat bei seinen drei Wimbledon-Auftritten nur sein Debüt-Match gewonnen.
French-Open-Überraschung Lars Burgsmüller ist dagegen nicht unbedingt mit Fortuna im Bunde. Laut Statistik musste Magnus Norman, der wegen einer Verletzung an der Hüfte am Freitag abgesagt hat, zwar als hohe Hürde gelten, doch nach den zuletzt gebotenen Leistungen relativierte sich dieses Urteil deutlich. Sein schwedischer Landsmann und Vertreter, der 29-jährige Jonas Björkman, ist auf Gras ein nicht zu unterschätzender Gegner, zumal der Essener die bislang zwei Vergleiche verlor.
Ungeachtet der immer länger werdenden Liste von Absagen, in die sich unter anderem schon French-Open-Sieger Gustavo Kuerten (Brasilien), dessen Finalgegner Alex Corretja (Spanien) und zuletzt auch Nicolas Lapentti (Ekuador) eingeschrieben haben, hat das Turnier an der Church Road nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Dafür sorgt nicht zuletzt der siebenfache Champion Pete Sampras. Der Amerikaner trainiert fleißig auf dem "heiligen Rasen", nachdem er in der Vorwoche im Queen´s Club im Halbfinale an dem Australier Lleyton Hewitt gescheitert war.
"Ich bin immer noch hungrig genug", sagte der 29-Jährige, der sich anschickt, den Rekord des Schweden Björn Borg zu brechen. Sampras´ "großes Vorbild in der Jugend" hat zwischen 1976 und 1980 fünf Mal nacheinander das bedeutendste Tennisturnier der Welt gewonnen. Und die Zeichen auf einen neuerlichen Triumph des mit 13 Grand-Slam-Titeln erfolgreichsten Tennisprofis aller Zeiten stehen nicht schlecht. Wenn man abergläubisch ist wie Sampras sowieso: "Im letzten Jahr habe ich in Queens auch gegen Hewitt verloren, im Finale; und anschließend in Wimbledon gewonnen. Was soll mir also noch passieren?" Ja wenn das immer so einfach ist.
Einer der härtesten Konkurrenten dürfte sein Landsmann Andre Agassi sein. Der hat sich in dem Londoner Stadtteil schon Anfang der Woche häuslich eingerichtet. Mit seiner Lebenspartnerin Steffi Graf, die es mit einigem Wehmut nach Wimbledon zieht. 16 Jahre und sieben Triumphe haben schließlich ihre Spuren hinterlassen. Da holen einen die Gedanken mehr als einmal ein, wenn man auf der Tribüne nur als Zaungast bei den Matches des Freundes dabei ist.
Dabei sind nach überstandener Qualifikation zwei weitere deutsche Spielerinnen, die das Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes (DTB) auf 15 (8 Damen/7 Herren) erhöhten. Während bei den Herren kein DTB- Akteur den Weg über die "Quali" in die Hauptrunde schaffte, sind die Nachwuchs-Hoffnungen Anka Barna (Heidelberg) und Miriam Schnitzer (Bocholt) im Konzert der Großen mit von der Partie. Anka Barna trifft in Runde eins auf Rita Grande (Italien), Miriam Schnitzer auf Karina Habsudova (Slowakei) - für beide kein leichtes Spiel.
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